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Earth Overshoot Day 2014

Hintergrundinformation zum Overshoot Day 2014

Seit dem 19. August 2014 ist Raumschiff Erde im Öko-Defizit

von Wolfgang Pekny

In weniger als acht Monaten hat die Menschheit das gesamte Budget an erneuerbaren Ressourcen für das Jahr 2014 aufgebraucht, die Menschheit lebt ab jetzt für den Rest des Jahres auf ökologischen Pump.

Seit Jahren frage ich mich, warum diese extrem bedeutsame Nachricht Politik und Mitmenschen nicht aufschreckt?

Vielleicht weil nicht verstanden wird, was das bedeutet: Stellen wir uns die Erde als Raumschiff vor. Der Overshoot Day ist dann jener Tag, an dem der Oberbuchhalter verkündet:   ‚Schlechte Nachricht, Leute. Heute, am 19. August, haben wir alle Vorräte aufgebraucht, die bei geplanter, nachhaltiger Nutzung dieses Jahr in unserem Raumschiff regeneriert werden können. Von jetzt an leben wir von den Vorräten des nächsten Jahres, auf Kosten der Zukunft, zehren unser Kapital auf, anstatt uns mit den Erträgen zufrieden zu geben!‘

Wie kein zweites Maß zeigt uns der Ökologische Fußabdruck, dass wir weit ab von jeglicher Nachhaltigkeit agieren.

Der Ökologische Fußabdruck erlaubt eine Buchhaltung für die Naturleistungen. Die Inanspruchnahme des Planeten durch die Menschheit (Ökologischer Fußabdruck) wird mit der Fähigkeit der Natur verglichen, Rohstoffe zu erzeugen und Schadstoffe abzubauen (Biokapazität). Wenn mehr beansprucht wird, als vorhanden ist, liegt Ökobudget-Überschreitung vor! Auf unserer Erde ist dies seit mehreren Jahrzehnten der Fall.

Die Zeichen dieser ökologischen Verschuldung sind für aufmerksame Beobachter längst unübersehbar. Wir alle sind Zeugen des Schwindens der Wälder, der leergefischten Meere, des wachsenden Trinkwassermangels, der Erosion der Böden, des erschreckenden Verlusts an Artenvielfalt, und der allgegenwärtigen Anreicherung von CO2 in unserer Atmosphäre.

Wieviel genau der Ökologische Fußabdruck der Menschheit größer ist als es die Erde auf Dauer verkraften kann, berechnet alljährlich das Global Footprint Network mit Sitz in Kalifornien. Dabei werden die für unseren Jahresverbrauch an Gütern und Dienstleistungen erforderlichen Land- und Meeresflächen errechnet; dazu kommen die Flächen, die für den Abbau unserer Abfälle (v.a. CO2-Emissionen) benötigt werden.

Dieser Wert ist der Ökologische Fußabdruck, der mit der tatsächlichen vorhandenen globalen Biokapazität verglichen wird. 

Seit wann gibt es Overshoot?

Über den längsten Teil der Geschichte hat die Menschheit weniger natürliche Rohstoffe verbraucht und weniger CO2 produziert, als die Erde von sich aus neu schaffen und regenerieren konnte.

Lokal gab es sehr wohl Übernutzungen, man denke an Mesopotamien, an die Osterinseln, Irland oder auch Mitteleuropa vor der Einführung der Kohle, wo die Wälder bereits damals extrem übernutzt waren.

Immer jedoch gab es auch andere Regionen, in denen die Natur Überschüsse produzieren konnte, Gegenden, in die Menschen auswandern konnten.

Seit etwa 40 Jahren hat sich das grundsätzlich verändert. Die Menschheit als Ganzes verbraucht bereits mehr Naturleistung, als der Planet bieten kann. Dieser Fehlbetrag zwischen “Einnahmen” und “Ausgaben”, dieser „Overshoot“ (“ökologisches Defizit”) wächst seitdem kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Das ist ein prinzipiell zukunfts-unfähiger Trend!

Trotz wirtschaftlicher Stagnation in den Krisenjahren 2008/09 stieg der globale Overshoot weiter an, wenn auch weniger stark als in dem Jahrzehnt davor. Seit dem hat sich der Anstieg wieder „erholt“. Im Jahr 2014 wurde die Gesamtleistung der Natur bereits in weniger als acht Monaten konsumiert.

Der Overshoot-Day kann immer nur eine Schätzung darstellen, da weder die Daten genau genug verfügbar sind noch die Mechanismen der Ökosysteme gut genug verstanden werden. Der Trend ist freilich klar: Seit 2001 verschob sich der Overshoot Day durchschnittlich um 3 Tage in Richtung Jahresanfang. Solange der Ökologische Fußabdruck der Menschheit die Biokapazität der Erde übersteigt, wird das Kapital der Natur aufgezehrt, anstatt sich mit den „Zinsen“ zufrieden zu geben. Das Aufzehren der ökologischen Bestände wie Böden, Wälder, Meere ist eine prinzipiell nicht nachhaltige Vorgehensweise.

Das Konzept des ‚Earth Overshoot Day‘ wurde von der englischen NGO NEF (New Economic Foundation) im Jahr 2007 vorgeschlagen und seit diesem Jahr jährlich von Global Footprint Network abgeschätzt und bekannt gegeben.

Die Berechnungen erfolgen anhand der jeweils besten verfügbaren statistischen Daten, der Bevölkerungs-  und  Konsumentwicklung  auf  globaler  Ebene  und  der  Wechselwirkung zwischen der Entwicklung des globalen BIP und dem globalen Ressourcenbedarf sowie einer Abschätzung der global verfügbaren Biokapazität.

Die Schwankungen beim Datum

Im Jahr 2010 war der Overshoot-Day mit 21. August aus heutigem Wissensstand etwas zu früh, im Jahr 2011 mit 27. September dagegen zu spät angesetzt. 2011 wurde der Wert für die Biokapazität durch geänderte methodische Vorgangsweisen etwas höher angenommen. Mehr rechnerische Vorräte ergaben deshalb weniger Overshoot. Da weder der wissenschaftliche Diskurs über die verfügbare Biokapazität abgeschlossen noch die Genauigkeit der Messung der  beanspruchten  Biokapazität (Footprint)  genügend  exakt  ist,  kommt  es  bei  den Abschätzungen immer wieder zu Schwankungen. Diese Verschiebungen zeigen daher keine plötzlichen Sprünge im Ressourcenverbrauch, sondern hauptsächlich methodische Veränderungen. Im Gegenteil, der Trend für den globalen Footprint ist weiterhin beständig steigend, wie die Rückrechnungen nach dem neuestem Methodenstandard zeigen.

Unabhängig von den Zahlen hinter dem Komma steht zweifelsfrei fest, dass wir seit den 1970er Jahren über den Möglichkeiten leben, die uns die Erde auf Dauer bieten kann.

Die Situation in Österreich

Der Footprint pro EinwohnerIn in Österreich beträgt etwa 5,3 gha (aktuellste Datenabschätzung auf Grundlage der  Statistiken 2010).

Die  weltweit  verfügbare  Biokapazität  pro  EinwohnerIn  beträgt (entsprechend der Abschätzungen 2014) ca. 1,7 gha pro Kopf.

Legt man jeweils die global fair verfügbare Biokapazität von ca. 1,7 gha zu Grunde, dann wäre bei einem global verallgemeinerten Ressourcenverbrauch im Stile Österreichs der Overshoot-Day bereits am 3. Mai gewesen.

Globale Verhältnisse

Setzt man die global fair verfügbaren Biokapazität von etwa 1,7 gha pro Mensch (7,3 Mrd Menschen teilen sich 12,8 Mrd Hektar bioproduktive Land-und Wasserflächen) als Referenz an, dann haben die Menschen in den unterschiedlichen Ländern „ihre fairen Anteile“ zu sehr verschiedenen Zeitpunkten aufgebraucht:

Die nationalen/ regionalen Overshoots (unter Annahmen der Verallgemeinerung des jeweiligen Lebensstils) wurden folgenden Tagen erreicht (Genauigkeit +/- 1 Woche):

Nordamerika                    27. März
Australien                        10. April
Österreich                            1. Mai
EU                                     25. Mai

Afrika            keinerlei Overshoot, sogar 104 Tage „Reserve“!

Dabei sind sowohl innerhalb der Kontinente die Unterschiede zwischen den Ländern groß als auch innerhalb der Länder die Schwankungen zwischen den BürgerInnen oft gewaltig.

In Indien gibt es laut Forbes bereits mehr Super-Milliardäre als in den USA. Trotzdem gehört Indien zu den Ländern, die noch lange nicht das Soll überschritten haben, wenn man die globale Biokapazität zu Grunde legt. Indien hat dann rechnerisch sogar weitere 360 Tage Reserve auf den global fairen Anteil, während der Overshoot-Day in Japan und Süd-Korea schon Mitte Mai, in den VAE bereits am 1. März (globaler Rekordhalter) eingetreten war.

Achtung! – Zugleich ist Indien, wenn man die Biokapazität Indiens zu Grunde legt, regional betrachtet bereits im Overshoot. -(siehe unten)

Rechnet man den bestehenden Verbrauch in die Anzahl der für die Bereitstellung der Ressourcen benötigten Planeten um, ergibt sich folgendes Bild:

Katar                    6,5
Schweiz               4,7
USA                    4,2
Österreich            3,0
Russland              2,7
Brasilien               1,9
China                   1,5
Indien                   0,5

Welt                     1,56

Es bedürfte also 1,56 Planeten von der Qualität der Erde, um den heutigen (zu hohen und zugleich reichlich ungleichen) Bedarf an Biokapazität zu decken. Anders betrachtet: Das Ökosystem Erde könnte bei heutiger Technik 14 Milliarden Menschen mit den Ansprüchen einer durchschnittlichen InderIn nachhaltig tragen, aber nur 1,7 Milliarden Menschen mit den Ansprüchen der US AmerikanerInnen.

Die Nationale Betrachtung – Irreführend oder einzig möglich?

Ein etwas anderes Bild ergibt sich, wenn die „nationale“ Biokapazität zugrunde gelegt wird, was allerdings nur sehr bedingt Sinn macht.

Für Österreich wäre der „nationale“ Overshoot-Day der 17. August gewesen. Das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage liegt also ähnlich dem globalen, aber auf viel höherem Niveau, weil wir glücklicher Weise ein sehr fruchtbares Land bewohnen (der hohe Footprint von etwa 5,3 gha pro EinwohnerIn steht der vergleichsweise hohen Biokapazität von ca. 3,34 gha pro EinwohnerIn gegenüber). Es bedarf also rechnerisch 1,6-mal die Biokapazität Österreichs, um die Nachfrage nach Naturressourcen in Österreich zu decken.

Die Beziehung zur „nationalen“ Biokapazität hat aber nur beschränkte Aussagekraft, da sie sich auf Staatsgrenzen bezieht, virtuelle Linien auf der Landkarte, die in der Natur nicht existieren.

Die USA hätten mit 3,86 gha pro EinwohnerIn sogar mehr Biokapazität als Österreich, aber einen deutlich höheren Footprint (etwa 8 gh).
Kanada, ein sehr großes Land mit wenigen EinwohnerInnen hat gar 14,9 gha Biokapazität pro Person. Trotz ihres gewaltigen Footprints von 7,0 gha pro Einwohner wären die KanadierInnen rechnerisch nicht im „nationalen Overshoot“, hätten gerade erst die Hälfte „ihrer“ Biokapazität beansprucht. Sie sind deshalb trotzdem weder vorbildlich noch nachhaltig, da das Rezept „großes Land und strikte Immigrations-Politik“ global eben keinesfalls verallgemeinerbar ist.

Stadtstaaten wie Monaco oder Andorra, aber auch dicht besiedelte Länder wie Luxemburg oder die Niederlande könnten niemals mit ihrer Fläche auskommen. Das ist aber eben auch nicht notwendig ist, da es ja die Möglichkeiten des Handels gibt. Keine Stadt könnte mit den Ressourcen seiner eigenen Flächen auskommen. Genau für den Austausch von Ressourcen, die lokal nicht verfügbar sind, wurde ja sehr früh der Handel entwickelt.

Für die Erde als Ganzes fehlt leider der Reserveplanet für einen Austausch.

Mittlerweile leben 85 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern, die mehr erneuerbare Resourcen beanspruchen, als deren eigene Ökosystem erneuern können

Global gesehen ist der Ökologische Overshoot ein fundamentales Problem, dessen Lösung eine unbedingte Voraussetzung für Nachhaltigkeit ist.

Dabei sind nationalstaatliche Bezüge irreführend, weil sie sich auf Systemgrenzen beziehen, die es in der Natur nicht gibt.

Doppeltes Dilemma: große Ungerechtigkeit auf kleiner Erde

Die Biokapazität der Erde ist bereits überstrapaziert, obwohl drei Viertel der Menschheit mit dem „Konsumieren“ noch gar nicht so richtig begonnen haben! Dass der globale Overshoot statistisch nicht noch größer ist, schulden wir der Vielzahl der armen und ärmsten Menschen, die noch sehr wenig zum Globalen Overshoot beitragen. Dies ist ökologisch „vorteilhaft“, aber sozial – und auch wirtschaftlich – dagegen völlig unhaltbar. Gerade diese Menschen hätten alles Recht der Welt, mehr Ressourcen und mehr Energie als im Moment zu verbrauchen! Aber sie haben kein Geld dazu!

Die aktuell größte nationale Herausforderung stellt sich für Länder, die ökonomisch betrachtet arm sind (BIP weniger als $ 12.000 pro Einwohner) und zugleich auch ökologisch im Overshoot sind. Die Menschen dieser Länder, immerhin 72 Prozent der Weltbevölkerung, haben im Wettstreit um die immer knapper werdenden Ressourcen ganz schlechte Karten.

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In dieser Situation kann ausschließlich weltweite Kooperation und Solidaridät Abhilfe schaffen:

Bei gegebenem gobalen Overshoot muss das Wachstums -Potenzial für die Ärmsten bei den heute Überkonsumierenden eingespart  werden.

Der  Kern  der  Zukunfts-Herausforderung auf einem begrenzten Planeten mit enormer Ungleichheit ist eine Abkehr vom nationalen Egoismen und eine faire „Hausordnung für Raumschiff Erde“.

Die Rolle des Bevölkerungswachstums

Würden  alle  Menschen  so  ressourcenintensiv  leben  wollen  wie  der  durchschnittliche Amerikaner,  bräuchte es vier Planeten von der Qualität der Erde. Da es diese ganz offensichtlich  nie  geben  wird,  ergibt  sich  für  so  manche  KonsumentIn  in  den Überflussgesellschaften die übereilte Schlussfolgerung, dass es zu viele Passagiere im Raumschiff Erde gäbe. Tatsächlich legt schon triviale Mathematik nahe, dass halb so vielen Passagieren doppelt so viel pro Kopf zur Verfügung stehen würde.

Mit einer einfachen Formel lassen sich die Zusammenhänge deutlich erkennen:

Gesamte Wirkung = Anzahl der Menschen x durchschnittlicher Konsum pro Mensch x durchschnittliche Wirkung pro Konsum (Technologie-Faktor).

Diese  auch  IPAT (Impact = Population x Affluence x Technology-Faktor) genannte Beschreibung geht auf die Ökologen Paul Ehrlich und John Holdren zurück.

Es  gilt  demnach –  auch  bei  Annahme  der  optimalen  Ausnutzung  aller  technischen Möglichkeiten (beste Effizienz und Effektivität, erneuerbare Ressourcen, Solarenergie etc.) folgender Zusammenhang:

Je mehr Menschen im Raumschiff Erde leben, desto weniger der vorhandenen Ressourcen bleiben für jeden Einzelnen. Noch einfacher beschrieben: Auch mit bester Technik lassen sich in einem begrenzten Terrarium nur beschränkt viele Lebewesen gesund erhalten. Umgekehrt gilt genauso: Je mehr der einzelne Mensch konsumiert, desto weniger steht für andere zur Verfügung.

Tatsächlich ist die heutige Situation weniger durch absoluten Mangel als durch ein enormes Ungleichgewicht zwischen dem Viertel der kaufkräftigen „globalen KonsumentInnen“ und der großen Mehrheit der Mittellosen gekennzeichnet. Auch ist die Anzahl der Passagiere im Raumschiff Erde kurzfristig kaum zu beeinflussen. Die Zahl der Menschen wird sich in der Mitte des Jahrhunderts bei 9 bis 10 Milliarden einpendeln, nur wenige Prozent Variation sind möglich.

Im Gegensatz dazu können in den Bereichen Lifestyle und Technologie Einsparungen von 90 und mehr Prozent erzielt werden. So kann in unseren Breiten ein Umstieg von tierischer Nahrung auf hauptsächlich pflanzliche Nährung den Fußabdruck der Ernährung vierteln, der Wechsel zu echtem Ökostrom den Footprint des Stromverbrauchs um 90 Prozent senken.

Overshoot und Klimawandel

Nicht nur die natürlichen Ressourcen sind endlich. Auch die Senken – also die Fähigkeit der Natur, Schadstoffe wieder aufzunehmen, ist begrenzt. Allen voran kann das CO2 aus der Verbrennung  von  Öl,  Kohle  und  Gas  nicht  mehr  vollständig  von  den  natürlichen Ökosystemen  aufgenommen  werden.  Mit  dem  Kohlenstoff-Footprint  wird  die  Fläche angegeben, die nötig wäre, um alle CO2-Emissionen wieder in den Kreislauf der Natur zurück zu führen (sequestrieren).

Zusätzlich werden weltweit Wälder gerodet oder abgebrannt, was sowohl CO2 freisetzt als auch die Fähigkeit weiter vermindert CO2 wieder zu sequestrieren. Entsprechend steigt der CO2-Anteil in der Erdatmosphäre messbar an und trägt zum Klimawandel bei, dem wohl deutlichsten Hinweis auf den vorliegenden Overshoot. Der Carbonfootprint ist der am schnellsten wachsende Anteil des Ökologischen Fußabdrucks der Menschheit. Seit 1970 hat sich der CO2-Ausstoß mehr als verdoppelt und macht heute den größten Anteil am globalen Fußabdruck aus.

Wie beim Konsum ist auch der Ausstoß an Treibhausgasen extrem ungleich verteilt. Während eine BewohnerIn der wohlhabenden Länder zwischen 10 und 20 Tonnen CO2 pro Jahr verschuldet, entfällt auf jede Bewohnerin in den Ärmsten 50 Ländern der Welt deutlich weniger als eine Tonne. China ist rechnerisch mit etwa 6 Tonnen CO2 pro Kopf bereits der größte Emittent von Treibhausgasen, wobei aber mehr als ein Viertel dieser Emissionen bei der Herstellung von Produkten anfällt, die in den reichen Ländern konsumiert werden.

Auch das bevölkerungsreiche Indien ist trotz der noch unterdurchschnittlichen 1,5 Tonnen CO2 pro Kopf   bereits auf Platz 4 hinter den USA und der EU, was die Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger betrifft. Gerechnet auf das gesamte Fossilzeitalter bleiben die USA und EU aber uneinholbar. Indien hatte bis in die 70er Jahre weniger als ein Achtel des heutigen CO2-Ausstoßes, China gar nur ein Zwölftel.

Eine dramatische Reduktion der CO2 Emissionen pro Kopf in den konsumorientierten
Ländern  bleibt  eine  zentrale  Voraussetzung,  damit  sich  der  Entwicklungspfad  der Schwellenländer nicht am historisch „schlechten Vorbild“ orientiert sondern rasch ein nachhaltiger Weg eingeschlagen wird.

Was tun?

Die Reduktion des Ökologischen Fußabdruckes auf ein verträgliches Maß ist eine, wenn gleich nicht hinreichende, so doch unbedingt nötige Bedingung für eine nachhaltige und friedliche Entwicklung der Menschheit.

Diese Herausforderung betrifft alle Menschen und alle Länder, wenn gleich auch auf sehr verschiedene Weise. Gemeinsam ist uns, dass wir nur zusammen, am gleichen Strang ziehend, sicherstellen können, dass unser Planet auch zukünftigen Generationen eine fruchtbare Heimat bieten wird.

Kleinen Ländern wie Österreich bleibt vor Allem, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Jeder kann selbst beginnen, die 5-F Regel zu beherzigen. https://www.footprint.at/index.php?id=5-f

Und als Gesellschaft insgesamt, national wie global, müssen wir neue Wirtschaftsformen für ein Zusammenleben verwirklichen, das ein Gutes Leben mit einem fairem Footprint, in Frieden mit allen Mitmenschen und im Einklang mit der Natur ermöglicht.

Finden Sie selbst heraus, wie große Ihr Ökologischer Fußandruck ist:
www.mein-fußabdruck.at

Haben sie ganz konkrete Fragen zum Fußabdruck?
Fragen Stellen und Gewinnen: www.footprint-fragen.at

Freihandel TTIP & CETA

Auch wenn TTIP im Gegensatz zu CETA (noch) nicht Realität ist,  findest du hier Filme zum Thema „Freihandel“, speziell TTIP.

Greenpeace – Kurz erklärt :  Darum gefährdet Naturzerstörung unsere Gesundheit
Das Freihandelsabkommen Mercosur fördert genau diese Naturzerstörung, deshalb hier die Petition gegen das Freihandelsabkommen unterzeichnen.

Experten-Check: Was der Handelsgerichtshof in TTIP wirklich bedeutet

arte (21.4.2015): TTIP- Freier Handel oder freie Bürger?

TTIP ist eine einzige Klimakatastrophe

Was ist TISA?

Demokratie in Gefahr: TTIP & „Regulatorische Zusammenarbeit“:

ARD Dokumentation vom 04.08.2014:
TTIP – Der große Deal – Geheimakte Freihandelsabkommen.

Das Freihandelsabkommen (TTIP) in drei Minuten einfach erklärt

Freihandelsabkommen TTIP und Peter Bofinger bei Pelzig hält sich 11.02.2014

TTIP Day one

Ran an die Buletten

Von Petra Stechele und Stefan Simonis

Kürzlich löste der Artikel von Elisabeth Raether im ZEITmagazin (DIE ZEIT Nr. 30) „Ran an die Buletten“ heftige Reaktionen bei einigen Veganern und Vegeta­riern aus. Grundsätzlich erscheint aber eine derartige Polarisierung auf Gegen­sätze angesichts der ökologischen Situation wenig sinnvoll.

Das veranlasste uns, den Artikel nochmal genauer anzuschauen. Frau Raethers Recherchen erscheinen uns zu einseitig und selektiv. Es ging ihr dabei offenbar vorwiegend darum, ihre Rezeptkolumne gegen den Vorwurf von Veganern und Vegetariern zu verteidigen, dass sie immer wieder Fleisch verwende.

Sie wollte wohl die Grenzen des Fleischverzichts ausloten oder sinnvollen Fleischkonsum anregen. Dies jedoch ist unserer Ansicht nach nicht gelungen. Sie hatte in ihrem Artikel behauptet, dass Landwirtschaft ohne Nutztierhaltung nicht funktionieren würde, weil man dann mineralischen Dünger bräuchte. Dazu war sie auf einem Demeterhof, der versucht, einen Kreislauf bei der Be­wirtschaftung zu erzeugen. Der Landwirt erklärte, Gründüngung würde nicht ausreichen und benötige auf Dauer Ergänzung durch Phosphate. Sie schildert dann die ökologischen Folgen der Herstellung und Anwendung dieser Dünge­mittel. Jedoch lässt sie außer Acht, dass auch die Düngung mit Mist und Gülle zu Überdüngung führt und schädlich für die Gewässer ist, wenn sie in den Men­gen angewendet wird, wie das in der industriellen Landwirtschaft üblich ist (Heinrich Böll Stiftung 2013).

Die Alternative zum (übermäßigen) Fleischkonsum ist nicht der vollständige Verzicht auf tierische Produkte. Selbst wenn das so praktiziert werden würde, könnte man mit der genannten Gründüngung und Klärschlamm düngen. Denn wenn wir schon annehmen, dass alle Menschen Veganer werden, können wir auch annehmen, dass sie sich so gesund ernähren, dass der Klärschlamm keine problematischen Stoffe enthält.

Allerdings bliebe noch zu bedenken, wie es sich mit Medikamenten verhält, ohne die manche Menschen nicht auskommen und die sich dann auch im Klär­schlamm befinden. Jedenfalls, solange uns noch nicht gelingt, uns so gesund zu ernähren, dass wir auch tatsächlich gesund bleiben. Dies gilt aber im gleichen Maße für die tierische Düngung, wie sie bei uns zur Zeit praktiziert wird. In der Schweinezucht gehört der Einsatz von Hormonen zur Reproduktionssteigerung und für planbare Geburtstermine zum Standard. Diese Hormone gelangen in Grund- und Oberflächenwasser, wobei nicht klar ist, welche Wirkung sie dort möglicherweise entfalten (Heinrich Böll Stiftung 2014). Die Massentierhaltung macht erhöhten Einsatz von Antibiotika notwendig, die sich dann in der Umwelt wiederfinden und zu Resistenzen der Erreger führen. In den multiresistenten Keimen, mit denen Kliniken heute kämpfen, sehen wir die Folgen. Und im Be­mühen der Forscher, ständig neue Antibiotika zu entwickeln, weil die gängigen nicht mehr wirken. Zahlreiche Todesfälle sind die Konsequenz.

Grundsätzlich erscheint Nutztierhaltung nicht völlig unsinnig, wenn diese Tiere in artgerechter Weidewirtschaft leben dürfen. Es ist vorstellbar, dass dann die Tiere nicht dauernd krank werden und so eine sinnvolle Viehzucht möglich ist. Durch kleinere Bestände reduziert sich im Krankheitsfall die Ansteckungsge­fahr, sodass auf die prophylaktische Gabe von Antibiotika verzichtet werden kann.

Andererseits muss auch die Nahrung der Tiere erzeugt werden, ohne dafür Ur­wälder zu roden. Waldabholzung für Futtermittel ist nicht mehr vertretbar. Wenn man nicht gierig wirtschaftet, sondern weniger Tiere hält, fressen diese das Heu und die Futtermittel, die auf dem Hof wachsen. Das ist aber nur mit ei­ner deutlich reduzierteren Nutztierhaltung möglich, da wir die Weideflächen hierzulande nicht haben. Deutschland benötigt, bei einer für Ernährungszwecke nutzbaren landwirtschaftlichen Fläche von weniger als 17 Millionen Hektar, mehr als 20 Millionen Hektar Fläche allein für den Inlandsverbrauch an Ernäh­rungsgütern. Davon sind mehr als 57 Prozent für Produkte tierischen Ursprungs (Statistisches Bundesamt 2013). Im Sinne der Reduzierung des Fleischkonsums ist also auch zu begrüßen, wenn manche Menschen vollständig auf Fleisch ver­zichten. Somit ist die Aufforderung „Ran an die Buletten“ völlig überzogen.

Dass der Tausch der Garantie eines glücklichen und gesunden Lebens der Tiere gegen die Schlachtung der Tiere durch die Menschen ein „guter Deal“ sei, stimmt vielleicht für die biologische Landwirtschaft.

Wenn jedoch rund 99 Prozent des Fleisches aus Massentierhaltung stammen, kann man nicht mehr von einem guten Deal zwischen Mensch und Tier spre­chen. Haltung und Schlachtung unter den Bedingungen der Massenproduktion sind schrecklich. Es gibt zahlreiche Berichte, die das belegen (z. B. Foer 2010). Auch ist, wie bereits erwähnt, als Ursache für die Überdüngung der Böden und Vergiftung des Grundwassers die hohe Besatzdichte in der Massentierhaltung zu nennen. Im Übrigen wird für den Anbau der Futtermittel wiederum Mineral­dünger eingesetzt, sodass es auch auf diesem Weg zur Überdüngung der Ge­wässer kommt. Stattdessen wird der Eindruck erweckt, als würden durch Vega­ner die Gewässer vergiftet, weil Gemüseanbau ohne Tierhaltung nicht funktio­niere und daher synthetische Düngemittel eingesetzt werden müssten.

Wie das Statistische Bundesamt (2013) belegt, haben wir nicht genug Fläche, um die Futtermittel für unsere Nutztiere selbst anzubauen. Dazu benötigen wir Einfuhren. Überhaupt nicht zur Sprache gekommen ist das Problem des Land­grabbing für den Futtermittelanbau, durch den Menschen in den südlichen Län­dern in den Hunger getrieben werden, weil sie der Fläche für den Anbau ihrer Lebensmittel beraubt werden (Liberti 2012, Ziegler 2011).

Der Grund für die Sojaimporte sind nicht fehlende Zollschranken, sondern un­ser ÜBERMÄSSIGER Fleischkonsum, der uns möglichst wenig kosten soll.

Mag sein, dass global zwei Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche Wei­den sind, die anders nicht genutzt werden können. Aber das sind nicht die Flä­chen, auf denen UNSERE Nutztiere stehen, denn die stehen überwiegend in rie­sigen Ställen, ohne jemals das Sonnenlicht sehen zu können und werden (unter anderem) mit Sojaschrot gefüttert. Nur in den Ländern des Südens werden Tie­re gehalten (und dann gegessen), die auf Flächen weiden, die anders nicht zu nutzen wären.

Dass vegane Ernährung nicht unbedingt sein muss, ist richtig, aber es geht dann um eine Ernährung, wie sie früher üblich war, ausgewogen, mit wenig Fleisch, so wie man das einst für selbstverständlich hielt, als Fleisch noch knapp und teuer war, weil es gar keine industrielle Landwirtschaft gab. Hähn­chen, Koteletts und Wurst gehörten früher nicht zum Alltag. Jeden Tag Fleisch zu verzehren, war nicht normal, wie der Ausdruck „Sonntagsbraten“ be­legt.

Was den Vergleich hinsichtlich des Treibhauseffektes, also der CO2-Emissionen angeht, schneidet eine vegane Ernährung mit Abstand am besten ab. Sie er­zeugt nur 5% des Treibhausgases von konventioneller und sogar Bioernährung mit Rindfleisch. Vegetarische Bioernährung liegt da immer noch bei 50% (Food­watch 2008). Somit also sollten wir froh sein über jeden, der sich vegan er­nährt, auch wenn wir selbst das nicht so hinbekommen oder nicht wollen. Eine Reduktion des Fleischkonsums ist auf jeden Fall sinnvoll.

Früher wurde auch das Tier vollständiger verzehrt. Das allerdings sieht Elisa­beth Raether sehr richtig. Gerade bei unseren französischen Nachbarn oder im Baskenland werden alle Teile eines Tieres verwendet. Wenn man die Märkte besucht, kann man Zungen, Köpfe, Innereien, Füße, Ohren sehen und in den Restaurants noch ab und an, sofern sie traditionell kochen, leckere Zuberei­tungsarten dafür entdecken.

Allerdings, das ist auch richtig, ekelt uns heute davor. Dass jemand ein Tier nur isst, wenn es sauber rechteckig zugeschnitten, rosig, steril und eingeschweißt daliegt, erscheint uns sehr fragwürdig. In diesem Fall sollte man wohl wirklich besser auf Fleisch verzichten oder sich der Realität des Fleischkonsums stellen. Vielleicht würde dann manchmal der Verzicht auch viel leichter fallen, wenn die natürliche Entstehung des Fleisches bewusster wäre, statt es als Industriepro­dukt zu erleben.

Nach Paul Hawken (2010), dem amerikanischen Ökologen, sind unsere Umwelt- und Wirtschaftsprobleme dadurch entstanden, dass Produkte nicht die realen Preise kosten, die ihre Herstellung tatsächlich verursacht. Ein wichtiger Schritt wäre dabei, diese realen Kosten zu ermitteln und tatsächlich beim Erwerb eines Produktes einzufordern. Reale Kosten ergäben sich aus dem Footprint eines Produktes, also aus den Kosten, die entstehen, wenn die Schäden, die es für die Welt und die Gesellschaft real in anderen Bereichen verursacht (z.B. wie hier genannt Gewässerverschmutzung, Wasserverbrauch, Energieverbrauch, Folge­schäden des Klimawandels und Maßnahmen zu deren Bekämpfung oder sogar Gesundheitsschäden) tatsächlich in seinem Einkaufspreis mit in Erscheinung treten würden. Damit hätte auch Fleisch einen Preis, der seinen übermäßigen Verzehr für die meisten Menschen unmöglich machen, bzw. ihn regulieren wür­de.

Der Chemiker und Umweltforscher Friedrich Schmidt-Bleek, Mitbegründer des Wuppertal Instituts meint, dass es unabdingbar ist, dass wir Ressourcen be­steuern, nicht die Verdienste, die Menschen durch ihre Arbeit erwerben. Wenn dem so wäre, würde der Ressourcenverbrauch in den Produktpreis eingehen und damit wäre der Preis ökologisch sinnvoll und würde die tatsächlichen Kos­ten für die Welt wiedergeben. Nur so, meint er, kämen wir aus dem Teufelskreis unserer Umweltzerstörung heraus (Schmidt-Bleek 2014).

Allerdings haben wir dann wieder einen neuen Aspekt, den der sozialen Unge­rechtigkeit, der auch in einem Artikel über die ALDIgründer in der ZEIT ange­sprochen wurde. Darin hieß es, dass sie Genuss und Luxus demokratisiert hätten, aber natürlich auch negative Folgen für Mensch und Umwelt verur­sachten, wie billige Massenproduktion, Massentierhaltung, Verödung städti­scher Zentren und die Entstehung der Gewerbegebiete und Supermärkte, Park­plätze auf der grünen Wiese, sowie gesundheitliche Schäden des Genusses.

Die soziale Ungerechtigkeit haben wir aber in unserem jetzigen System in ei­nem noch viel höheren Maße. Nur wird sie zum Großteil in andere Länder und Erdteile verlagert. Weshalb alle unsere Entscheidungen auch immer wieder auf ethische Fragen und Fragen der Menschenrechte hinauslaufen.

Denen müssen wir uns aber stellen und daran unsere Entscheidungen über „richtige Ernährung“ messen.

Quellennachweis:

Foer, J. S. (2010): Tiere essen

Foodwatch (2008): Klimaretter Bio?

Hawken, P. (2010): Ecology of Commerce, A Declaration of Sustainability, Revi­sed Edition

Heinrich Böll Stiftung, Bund für Umwelt- und Naturschutz & Le Monde diplomatique (2013): Fleischatlas

Heinrich Böll Stiftung, Bund für Umwelt- und Naturschutz & Le Monde diplomatique (2014): Fleischatlas

Liberti, S. (2012): Landraub

Rohwetter, M. (2014): Überfluss für alle, DIE ZEIT 31

Schmidt-Bleek, F. (2014): Grüne Lügen

Statistisches Bundesamt (2013): Flächenbelegung von Ernährungsgütern.

Ziegler, J. (2011): Wir lassen sie verhungern.

Zu diesem Thema siehe auch:
ZEIT online vom 13. August 2014: Fleischskandal – In Edekas Schweinefabrik.
3sat scobel – Dürfen wir Tiere töten?

Grüne Lügen

Nichts für die Umwelt, alles fürs Geschäft – wie Politik und Wirtschaft die Welt zugrunde richten

Cover-Schmidt-Bleek

Friedrich Schmidt-Bleek
Ludwig 2014
München. 304 Seiten.

Schluss mit der grünen Volksverdummung!

Deutschland tut etwas in Sachen Umweltschutz? Wir sind auf dem richtigen Weg? Von wegen! Während uns Politik und Wirtschaft mit sogenannter Umweltpolitik von Elektroauto bis Energiewende Sand in die Augen streuen, bleiben die dringendsten Reformen auf der Strecke. Prof. Schmidt-Bleek zeigt: Wir laufen in die falsche Richtung, und Politik und Wirtschaft führen uns immer weiter in die Irre. Er weiß aber auch: Wir können noch umkehren. Und er erklärt uns wie. Ein Pionier der Umweltforschung, mahnt er seit Langem: Wir brauchen eine Ressourcenwende, wenn wir auf diesem Planeten eine Zukunft haben wollen. Unsere »Umweltschutzmaßnahmen« reduzieren zwar den Schadstoffausstoß, erhöhen aber unseren Bedarf an Ressourcen: Wir verbrauchen mehr Wasser, seltene Erden und andere Rohstoffe. Um an diese zu gelangen, zerstören und verschmutzen wir immer schneller immer mehr Land und befördern dadurch den Klimawandel, den wir eigentlich bremsen wollen. Es ist schon lange höchste Zeit, einen neuen Weg zu beschreiten!

„Friedrich Schmidt-Bleek schreibt gut verständlich, seine Argumente sind überzeugend, seine Beispiele einleuchtend und konstruktiv. Ihm ist klar, dass Unternehmen und Techniker sich keine besondere Mühe geben werden, den Ressourcenverbrauch zu minimieren, solange der Verbrauch von Natur nichts kostet. Deshalb plädiert er für ein grundsätzliches Umdenken: Wer private Mobilität will, könne ein Auto leasen, mit anderen teilen, es ausleihen. Die einfachste Variante aber, Ressourcen einzusparen, sei eine deutlich verlängerte Lebensdauer der Produkte, so der Autor.

Hält ein Automotor über eine Million Kilometer statt nur über zweihunderttausend, verbraucht er viermal weniger Ressourcen. Zwar benötige man nun reparaturfreundlichere Produkte, auch koste verminderte Produktion Arbeitsplätze, aber die bei Service und Reparatur neu geschaffen wären zahlreicher. Zudem, schlägt der Autor vor, sollten Ressourcen besteuert und die Arbeitslohnkosten gesenkt werden.

Es sieht derzeit nicht so aus, als ob die gut begründeten Vorschläge des Umweltexperten von Wirtschaft und Politik ernst genommen werden.

Schade, denn sie verdienen wirklich das Label Nachhaltigkeit.“ Johannes Kaiser, 16.07.2014 Deutschlandradio Kultur

Leseprobe

Einfach.Jetzt.Machen!

Wie wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen.

Rob Hopkineinfach jetzt machens
oekom Verlag 2014
München. 189 Seiten.

Wir befinden uns im Jahre 2014 n. Chr. Der ganze Erdball steht Peak Oil und dem Klimawandel ohnmächtig gegenüber. Der ganze Erdball? Nein! Mehr als 1000 engagierte Kommunen und Initiativen haben begonnen, vor Ort Widerstand zu leisten. Die Bewegung, die sie eint, heißt Transition, ihre Ziele: Krisenfestigkeit und der Übergang in eine postfossile, relokalisierte Wirtschaft. Ob es nun darum geht, Solaranlagen zu errichten, gemeinsam zu gärtnern oder sich bei der Erstellung einer Homepage zu unterstützen, ob in Seattle eine »Tool Library« ins Leben gerufen wird oder eine »Pflückoasen« im hessischen Witzenhausen – überall auf der Welt werden Menschen aktiv und nehmen ihre Zukunft wieder selbst in die Hand. Anhand zahlreicher Beispiele des Gelingens schildert das Buch, wie man Probleme vor Ort identifiziert, Lösungen entwickelt und Mitmenschen mobilisiert, frei nach dem Motto: »Mit lokalem Tun die Welt verändern.«

„Die meisten Beispiele in Rob Hopkins Buch stammen aus Großbritannien. Einige internationale Initiativen sowie ein Exkurs in den deutschsprachigen Raum runden die Vielfalt der Aktivitäten ab. Ergänzt wird das Buch durch eine Art Serviceteil, in dem interessierte Nachahmer Kontaktadressen und Vernetzungsmöglichkeiten finden. Der Titel des Buches „Einfach. Jetzt. Machen! Wie wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen können“ ist Programm und macht tatsächlich Lust darauf, selbst aktiv zu werden. Denjenigen, die mit dem Prinzip des stetigen Wachstums nichts mehr anfangen können, wird es ein interessantes Handbuch sein.“ Marlene Nowotny, 01.08.2014 ORF

Tiere essen

 Tiere essenJonathan Safran Foer
Fischer Taschenbuch Verlag 2012
Frankfurt am Main. 400 Seiten.

„Tiere essen“ ist ein leidenschaftliches Buch über die Frage, was wir essen und warum. Als Jonathan Safran Foer Vater wurde, bekamen seine Fragen eine neue Dringlichkeit: Warum essen wir Tiere? Würden wir sie auch essen, wenn wir wüssten, wo sie herkommen?
Foer stürzt sich mit Leib und Seele in sein Thema. Er recherchiert auf eigene Faust, bricht nachts in Tierfarmen ein, konsultiert einschlägige Studien und spricht mit zahlreichen Akteuren und Experten. Vor allem aber geht er der Frage auf den Grund, was Essen für den Menschen bedeutet.

Interview mit Jonathan Safran Foer

Spaghetti mit Knoblauch

Ein Rezept für 4 Personen. Spaghetti mit Knoblauch ist ein Rezept von Sarah Wiener, das sie in „Die Tricks der Lebensmittelindustrie“ als schnelle Alternative zur Fertig-Pizza vorstellt.

Zutaten:

500 g Spaghetti
8 getrocknete Tomaten
1 Bund Petersilie
1 Knoblauchzehe
ca. 12 große Walnüsse
Parmesan
Olivenöl

Zubereitung:

Spaghetti etwa 5 Minuten lang kochen, damit sie nicht zu labbrig werden, abgießen und zur Seite stellen. Die getrockneten Tomaten in ca. 1 cm große Stücke schneiden, Petersilie, Walnüsse und Knoblauch klein hacken. In einen Topf so viel Öl geben, dass der Boden bedeckt ist und alles außer Parmesan und Petersilie hinein schmeißen. Wenn alles heiß ist, die Petersilie dazu geben und gut umrühren. Die Spaghetti mit Knoblauch auf Teller verteilen und reichlich Parmesan darüber reiben.

Guten Appetit! 😛

Alina (11)

Bandnudeln mit Spargel

Ein schnelles Rezept mit Spargel für 4 Personen. Optisch passen auch Penne oder grüne Bandnudeln mit Spargel gut zusammen.

Zutaten:

350 g Bandnudeln
500 g Spargel
1 Knoblauchzehe, gehackt
Olivenöl
50 g Butter
50 g Parmesan
1 TL Zucker
Salz
Pfeffer
Oregano

Zubereitung:

Den Spargel schälen, in etwa 20 cm lange Stücke schneiden und bei geschlossenem Deckel 10 Minuten bei milder Hitze in Olivenöl anbraten. In der Zwischenzeit Wasser für die Nudel zum Kochen bringen und die Nudel darin garen. Die gehackte Knoblauchzehe und den Zucker zum Spargel geben und stärkerer Hitze braten bis der Zucker karamellisiert . Nach etwa 30 Minuten mit Salz, frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer und etwas Oregano abschmecken. Die Bandnudeln mit Spargel, Butter und geriebenen Parmesan mischen.

Quelle: chefkoch.de

Spargel

Das ist ein einfaches Spargelrezept für 4 Personen, bei dem der Spargel am besten zu Geltung kommt. Man kann ihn aber auch mit einer Sauce hollandaise servieren.

Zutaten:

250 g Spargel pro Person
Salz
50 g Butter pro Person
Schnittlauch, gehackt
neue Kartoffeln

Zubereitung:

Den Spargel schälen, das holzigen Ende entfernen und ihn in siedendem, leicht gesalzenem Wasser 15-20 Minuten garen. Anschließend mit einem Schaumlöffel aus dem Topf holen, abtropfen lassen und mit geschmolzener Butter und neuen Salz- oder Pellkartoffeln servieren. Das Ganze noch mit gehacktem Schnittlauch garnieren.
Die Schalen und und Enden nicht wegwerfen, sondern aufheben und in dem Kochwasser auskochen. Daraus lässt sich am nächsten Tag noch eine lecker Spargelcremesuppe machen.

Pizza

Statt der tiefgekühlten Pizza mal was frisch Zubereitetes, das du nach Lust und Laune (und Vorräten) variieren kannst. Ausreichend für 4 (nicht zu hungrige) Personen.

Zutaten:

500 g Mehl
Wasser
Olivenöl
Salz
1 Würfel Hefe

2 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
200 g Tomatenmark
3 Tomaten oder 1 Glas/Dose geschälte Tomaten
Salz
Pfeffer
Oregano
Olivenöl

Zubereitung:

Hefe mit 1 EL Mehl in etwas lauwarmes Wasser bröseln und zugedeckt an einem warmen Ort stehen lassen bis sich dieser Vorteig verdoppelt hat. 500 g Mehl mit dem Vorteig, etwas Salz, Olivenöl und Wasser zu einem nicht zu festen Teig verarbeiten. Er sollte nicht bröseln aber auch nicht fließen. Den Teig ebenfalls abgedeckt an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.
In der Zwischenzeit die Zwiebeln und den Knoblauch schälen, in Olivenöl andünsten, mit Tomatenmark und etwas Wasser auffüllen und nach Geschmack würzen. Im Sommer frische Tomaten dazu, sonst geschälte Tomaten (muss aber nicht sein). Wenn du Lust hast, kannst du die Sauce noch mit Sojaschnetzel aufpeppen. Das ergibt dann eine Art Bolognesesauce.
Den Teig gut durchkneten, dünn ausrollen und mit der Tomatenmasse bestreichen. Wer möchte, kann die Pizza mit Käse bestreuen. Dann ist sie allerdings nicht mehr vegan. Bei 200° C 15-20 Minuten backen. Oder so lange, bis der Teigrand hellbraun und knusprig ist.