Archiv der Kategorie: Wissen

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Handeln für eine Welt, in der wir leben wollen

Harald Lesch

Harald Lesch & Klaus Kamphausen
Penguin 2018
München, 368 Seiten

An jeder Ecke scheint es zu brennen: Die Menschen haben einen dramatischen Klimawandel in Gang gesetzt. Rücksichtslos werden Mensch und Natur ausgebeutet. Das Leben ist bis zum Zerreißen durchökonomisiert, die Gesellschaft gespalten. Überall stecken wir in lähmenden Widersprüchen. Ratlosigkeit macht sich breit. Was können wir, was kann jeder Einzelne tun? Wir haben keine Zeit zu verzagen, sagen Harald Lesch und Klaus Kamphausen. An zahlreichen Beispielen zeigen sie, wie wir mit Widersprüchen umgehen können, und erörtern mit namhaften Experten wie Ottmar Edenhofer, Karen Pittel und Ernst Ulrich von Weizsäcker Lösungsansätze, Handlungsmöglichkeiten und Ideen für ein gedeihliches Zusammenleben. Ein Weckruf und ein Mutmachbuch!

Buchbesprechung bei Spektrum.de

Vier fürs Klima

Wie unsere Familie versucht, CO2-neutral zu leben

Petra Pinzler & Günther Wessel
Droemer Verlag 2018
München. 301 Seiten.

Die Frage nach dem richtigen, fröhlichen aber umweltbewussten Leben in Zeiten des Klimawandels beschäftigt viele: „Wie reduzieren wir unseren ökologischen Fußabdruck?“ Die Familie Pinzler-Wessel hat es ein Jahr lang versucht. Ihre anregenden und mutmachenden Erlebnisse und Recherchen präsentieren sie in diesem alltagsprallen Buch. Ein Weg, der für alle praktikabel ist und wesentlich mehr Spaß macht als Verzicht erfordert.
Wollen wir den Temperaturanstieg auf zwei Grad beschränken, müssen wir unseren CO2-Verbrauch reduzieren. Wie lebt es sich damit? Ist der eingelagerte Bioapfel klimafreundlicher als der aus Chile? Schwein oder Rind? Bahn oder Fernbus? Oder sind alle Mühen vergeblich, weil eine Familie gar nicht viel bewirken kann?
Familie Pinzler-Wessel hat es ausprobiert. Sie hat versucht, für alle Vier gute Kompromisse im Alltag zu finden. Sie haben akribisch recherchiert und ein Haushaltsbuch der kleinen Klimasünden geführt. In diesem lebensnahen Bericht ihres Selbstversuches erzählen sie, was gut geht, was nicht und um welche Erfahrungen sie reicher sind.

Im Buch blättern

Buchbesprechung bei umweltnetz-schweiz.ch
Interview mit Günther Wessel auf utopia.de

Meeresatlas

Daten und Fakten über unseren Umgang mit dem Ozean

Heinrich-Böll-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein, Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“, Le Monde diplomatique
Berlin 2017. 50 Seiten.

Ohne das Meer gäbe es kein Leben auf unserem Planeten. Es regelt weitgehend das Klima, gibt uns Nahrung und liefert Energie. Darüber hinaus ist es ein wichtiger Verkehrsweg, ein Erholungsraum und ein Quell ästhetischen Vergnügens. Aber das Meer steht unter Stress, denn das alte Prinzip von der „Freiheit der Meere“ hat zu Überfischung, Artenverlust und einer immensen Verschmutzung der Ozeane geführt.

Deshalb muss der Umgang mit dem Meer auf nachhaltige und gerechte Grundlagen gestellt werden. Der Meeresatlas 2017 liefert dazu die Daten, Fakten und Zusammenhänge. Er zeigt in zahlreichen Beiträgen und über 50 Grafiken, in welch schlechtem Zustand sich die Weltmeere befinden, warum das so ist und was man tun muss, um die Situation der Ozeane zu verbessern.

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Inhaltsverzeichnis:

  • Impressum
     
  • Vorwort
     
  • 12 kurze Lektionen über das Meer und die Menschen
     
  • Fisch – bald ausverkauft?
    Die Lage vieler Fischbestände ist dramatisch: Viele sind erschöpft, viele von der industriellen Fischerei bis an ihre Grenzen ausgebeutet. Das trifft besonders Menschen in ärmeren Ländern, die von der traditionellen Fischerei vor ihren Küsten leben. Fangquoten und Schutzgebiete werden von der illegalen, nicht gemeldeten und unregulierten Fischerei unterlaufen – sie ist für fast ein Drittel des globalen Fischfangs verantwortlich.
     
  • Aquakultur: Hoffnung aus der Fischfarm?
    Die Hälfte des Fischs, der auf den Tellern der Welt landet, stammt heute bereits aus der Aquakultur. Doch nicht nachhaltige Zucht entlastet den Wildfang nicht und sorgt für erhebliche Umweltbelastungen. Kann der steigende Bedarf an Fisch und Meeresfrüchten
    also gedeckt werden, ohne gravierende Umweltschäden anzurichten?
     
  • Eutrophierung: Dünger für die Todeszonen
    Durch den enormen Einsatz von Kunstdünger und Gülle in der industrialisierten Landwirtschaft gelangen Unmengen von Nitraten und Phosphaten über Flüsse in die Küstengewässer und erzeugen dort starkes Algenwachstum. Dadurch können riesige Todeszonen entstehen, in denen es keinen Sauerstoff und kein Leben mehr gibt.
     
  • Verschmutzung: Müll und Gift im Meer
    Wir benutzen den Ozean als Müllkippe. Besonders die Küstengebiete sind davon betroffen. Die Quellen des Mülls sind vielfältig, die Auswirkungen auf die betroffenen Ökosysteme immens.
     
  • Plastikmüll: Das Mikroplastikproblem
    Im Meer treibende Plastikteile sind nur das sichtbare Zeichen eines sehr viel größeren Problems. Denn nur 0,5 Prozent des Plastikmülls finden sich in den Müllstrudeln. Der Löwenanteil des Plastiks, das ins Meer gelangt, lagert sich am Tiefseeboden ab.
     
  • Biodiversität: Vielfalt und Einfalt
    Invasive Arten, die vor allem durch die internationale Seefahrt in fremde Ökosysteme gelangen, verdrängen einheimische Arten. Weitere Störfaktoren wie die Ozeanerwärmung schwächen zudem die Widerstandskraft der Organismen gegen Umweltveränderungen. Besonders schmerzlich: Der Verlust genetischer Vielfalt ist nicht mehr rückgängig zu machen.
     
  • Weltklima: Der Ozean bremst den Klimawandel
    Ohne die klimaregulierende Funktion des Ozeans wäre unsere Welt eine andere – vor allem wäre sie wärmer. Der Ozean speichert Wärme und CO2 in großen Mengen und verlangsamt so den Klimawandel. Und damit auch seine Folgen – gut für uns. Doch der Ozean und seine Ökosysteme nehmen erheblichen Schaden.
     
  • Erwärmung: Herausforderung Meeresspiegel
    Die Meere erwärmen sich, der Meeresspiegel steigt – jedoch nicht überall im gleichen Maße. Gerade Inseln und Küstengebiete in der südlichen Hemisphäre sind besonders betroffen, viele werden schon heute von ihren Einwohnern verlassen. Doch das ist erst der Anfang – noch mehr Menschen könnten zur Flucht gezwungen werden.
     
  • Küsten: Leben in der Risikozone
    Die Mehrzahl der größten Metropolen der Welt liegt an Küsten, viele davon an Flussdeltas. Dort ist das Risiko, von Naturkatastrophen getroffen zu werden, besonders hoch. Dennoch hält der Boom der Megacitys in Wasserlage unvermindert an – entsprechenden Küstenschutz können sich aber nur reiche Staaten leisten.
     
  • Versauerung: Die Zukunft wird saurer
    Die Meere versauern in einer erdhistorisch bislang unbekannten Geschwindigkeit. Zu schnell für viele Organismen, um sich noch anpassen zu können. Besonders kalkbildende Arten wie Muscheln, Schnecken und Korallen sind betroffen – in saureren Gewässern fällt es ihnen schwer, ihre Schutzhüllen zu bilden. Aber auch der Nachwuchs von Fischen ist bedroht.
     
  • Blick in die Vergangenheit: Ausbeutung und Schutzgebiete
    Die Idee, dass das Meer geschützt werden muss, ist jung. Schon unsere Ahnen betrieben bedenkenlos Raubbau, auch am Leben im Meer. In der Vergangenheit ist ein Reichtum an Meeresleben verlorengegangen, den wir uns heute kaum noch vorstellen können. Erst in den letzten 30 Jahren hat die Fläche der Schutzgebiete deutlich zugenommen – doch es ist immer noch nur ein Bruchteil der Gesamtfläche.
     
  • Ocean Governance: Wem gehört das Meer?
    Winzige, unbewohnte Inseln, die tausende Kilometer entfernt von ihrem Mutterland liegen, gewinnen heute geostrategischen Wert: Durch sie können Staaten ihr Einflussgebiet ausweiten. Voraussetzung ist die Lage auf einem kontinentalen Festlandsockel.
     
  • Tiefseebergbau: Welthunger nach Rohstoffen
    Große Bergbauunternehmen greifen im Verbund mit Industriestaaten nach den Schätzen der Tiefsee. Weltmarktpreise und sinkende Akzeptanz für den Bergbau an Land lassen das aufwändige Geschäft lukrativ werden. Der Beginn der Ausbeutung der bisher kaum
    berührten Tiefen droht, noch bevor die ökologischen und sozialen Folgen ausreichend erforscht sind.
     
  • Energie aus dem Meer: Wo liegt die Zukunft?
    Erneuerbare Energie aus dem Meer macht vielen Hoffnung: Hier könnte die Zukunft der Energieversorgung liegen. Es locken unerschlossene Vorkommen fossiler Brennstoffe, doch ihre Erschließung birgt Risiken – bekannte wie bei der Förderung von Erdöl aus der Tiefsee und unbekannte wie beim Abbau von Methanhydrat.
     
  • Maritimer Tourismus: Das Meer als Kulisse
    Urlaub am und auf dem Wasser boomt. Die Kreuzfahrtschiffe werden immer größer, immer mehr Küsten werden in Freizeitlandschaften verwandelt. Doch was bedeutet das für die Natur und für die Menschen, die die Urlaubs-Maschinerie am Laufen halten?
     
  • Seeverkehr: Welthandel und Preiskampf
    Die internationale Seefahrt ist der Motor der Weltwirtschaft. Doch seit 2008 steckt sie in einer tiefen Krise: Frachtpreise sind ins Bodenlose gefallen und Reederei-Multis liefern sich einen Preiskampf, den nur wenige überstehen werden. Doch was geschieht mit
    den überflüssig gewordenen Riesenfrachtern?
     
  • Kreislauf der Nachhaltigkeit: Leben mit dem Meer
    Das Meer gibt uns vieles, wir sind für unser Leben auf es angewiesen. Wenn wir auch in Zukunft von seinen Gaben profitieren wollen, sollten wir unser Verhalten gegenüber dem großzügigen „aquatischen Kontinent“ ändern. Und nicht nur darum. Eine Übersicht.
     
  • Die Welt muss gemeinsam handeln: Für eine neue Governancen der Ozeane
    Es gibt keine ganzheitlichen, der Komplexität der marinen Ökosysteme gerecht werdenden globalen Strategien. Die Meere gehören zu den heute am wenigsten geschützten und verantwortungsvoll verwalteten Gebieten der Erde. Das muss sich angesichts der Bedeutung der Meere schnell ändern.
     
  • Quellen von Karten und Grafiken
  • Expertinnen und Experten
    Zur Erstellung des „Meeresatlas“ haben viele Expertinnen und Experten mit ihrem Fachwissen beigetragen. Beteiligt waren insbesondere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), die gemeinsam im Kieler Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ zu Fragestellungen der Entwicklung unserer Meere forschen.

Energieatlas

Daten und Fakten über die Erneuerbaren in Europa

Heinrich-Böll-Stiftung in Zusammenarbeit mit Green European Foundation, European Renewable Energies Federation und Le Monde Diplomatique

Berlin 2018. 52 Seiten.

Der europäische Energieatlas erscheint zu einem Zeitpunkt, da die EU-Mitgliedsstaaten über eine Energie- und Klimastrategie für 2030 – das Clean Energy Package – verhandeln. Die Ziele und Verordnungen werden das nächste Jahrzehnt der europäischen Energie- und Klimapolitik bestimmen. Sie entscheiden darüber, ob wir dem Klimawandel effektiv entgegenwirken und den globalen Temperaturanstieg auf 2 Grad begrenzen können.

Doch reicht aus, was derzeit in Europa verhandelt wird? Das Paket setzt zwar wichtige Signale für die Weiterentwicklung der europäischen Energiewende, wird jedoch dem Potenzial von Energieeffizienz und Erneuerbaren nicht gerecht. Die Ziele sind nicht ambitioniert genug und gefährden die Fortschritte der vergangenen Jahre. Je nach Mitgliedsland präsentiert sich die Energiewende anders. Die deutsche Energiewende war in ihrem Ursprung ebenfalls ein nationales Projekt ohne Rücksicht auf die Energiesysteme unserer Nachbarn. Doch inzwischen ist klar: Auch die deutsche Energiewende gelingt nur europäisch!

Der europäische Energieatlas zeigt eine klare Alternative auf: Er ist Kompass der unterschiedlichen Energiediskussionen in den EU-Mitgliedsländern und stellt dar, wie eine Europäisierung die Energiewende für ganz Europa – und Deutschland nicht nur effizienter und kostengünstiger, sondern als win-win-Situation für mehr Energie und Wohlstand erfolgreich gestaltet werden kann.

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Inhaltsverzeichnis:

IMPRESSUM
VORWORT

  • ZWÖLF KURZE LEKTIONEN
    ÜBER EUROPAS ERNEUERBARE ENERGIEN
  • GESCHICHTE
    TRIEBKRAFT DER INTEGRATION
    Kohle, Atom, Öl – Europa wuchs mit seinen Energieproblemen. Jetzt erlauben die Erneuerbaren nachhaltige Fortschritte in der Klimapolitik, beim Technologieeinsatz und für eine sichere Versorgung.
  • ZUKUNFT
    GEWINNER VON MORGEN
    Für die internationale Konkurrenz haben die „grünen“ Energien und ihre Technologien ein neues Wirtschaftsfeld geschaffen. Wer hier führt oder den Anschluss hält, wird mit Exportchancen, Arbeitsplätzenund Kostensenkungen belohnt. Zu einer erfolgreichen Wende gehören auch Demokratie und soziale Gerechtigkeit.
  • WIRTSCHAFT
    VOM RAND IN DIE MITTE
    Erneuerbare werden immer konkurrenzfähiger. Sie sorgen für Wachstum und Arbeitsplätze, aber in der Energiepolitik geht das Umdenken noch längst nicht weit genug. An den Finanzen mangelt es dabei nicht.
  • BÜRGERENERGIE
    TROPFEN WERDEN ZUM STROM
    Besitze dein Energiesystem! Bürgerinnen und Bürger nehmen aktiv an der Energiewende teil, indem sie direkt investieren oder  Eigentümergruppen beitreten. Doch das ist nur der erste Schritt.
  • STÄDTE
    AKTIONEN VOR ORT
    Städte können ein Labor für Innovationen sein. Sie sind groß genug, um neue Ideen in großem Maßstab zu erproben, aber klein genug, um sie aufzugeben, wenn sie nicht funktionieren. Und die besten Projekte können auf die nationale Ebene übertragen werden.
  • ENERGIEARMUT
    IM KALTEN UND IM DUNKLEN
    Für viele Menschen in der EU sind warme Wohnungen und bezahlte Stromrechnungen nicht selbstverständlich. Wird die Energiewende auch sozialpolitisch ausgerichtet, kann sie dazu beitragen, dass die Energiekosten sinken und die Einkommen steigen.
  • SEKTORENKOPPLUNG
    DER WICHTIGSTE TEIL DER WENDE
    Heizung, Kühlung und Transport verbrauchen derzeit noch große Mengen fossiler Brennstoffe. Werden diese Sektoren mit der Stromerzeugung gekoppelt, ergeben sich auch Lösungen für das Problem der schwankenden Stromerzeugung aus Sonnen- und Windenergie.
  • ELEKTRIZITÄT
    OHNE FLEXIBILITÄT IST ALLES NICHTS
    Beim Umstieg auf erneuerbare Energien geht es nicht nur darum, Land mit Solarzellen zu bedecken oder Windräder zu errichten.
    Stromnetze müssen sorgfältig verwaltet werden, damit Nachfrage und Angebot auf dem Strommarkt ausgeglichen sind – keine leichte Aufgabe.
  • MOBILITÄT
    ENDE DER VERKEHRTEN STADT
    Endlose Staus zeigen, wie notwendig sauberere, effizientere Transportsysteme sind. Um eine rationale Verkehrspolitik zu entwickeln, müssen neue Technologien mit bewährten Ansätzen kombiniert werden.
  • WÄRME
    DIE NEUEN GRADMESSER
    Meist ist das Wetter in Europa entweder zu kalt oder zu heiß, um sich wohlzufühlen. Doch Heizung und Kühlung verbrauchen viel Energie. Neue Technologien und bessere politische Strategien könnten die Effizienz erhöhen und Kosten wie Treibhausgasemissionen senken.
  • EFFIZIENZ
    WENIGER SOLL MEHR WERDEN
    Zugige, schlecht gedämmte Gebäude, veraltete Maschinen und Haushaltsgeräte, viel zu durstige Autos und Lampen, die mehr Wärme als Licht erzeugen – ein großer Teil der Energie, die wir verbrauchen, ist verschwendet. Das soll sich ändern.
  • DIGITALISIERUNG
    LAND FÜR PIONIERE
    Wie können Millionen von Solarmodulen und Windturbinen in ein zuverlässiges System integriert werden, das Angebot und Nachfrage aufeinander abstimmt? „Smarte“ Techniken liefern die Lösung.
  • EUROPÄISCHE UNION
    EHRGEIZ IST MANGELWARE
    Keine Institution spielt für die Energiewende in Europa eine größere Rolle als die EU. Doch ihre Initiativen sind nicht mutig genug, die Erfolge sind zu verstreut und die Reformen haben viele Gegner.
  • POLEN
    ERNEUERBARE KOHLESUBVENTIONEN
    Die traditionellen und umweltfeindlichen Energieträger Stein- und Braunkohle belasten die polnische Bevölkerung. Dabei könnte insbesondere der Ausbau der Windkraft den Strommix verbessern.
  • TSCHECHIEN
    WO DAS PENDEL SCHWINGT
    Die tschechische Regierung ist nicht gewillt, den Energiesektor des Landes nachhaltig umzugestalten. Zudem leidet das Image der Erneuerbaren noch immer unter alten Regulierungsfehlern.
  • GRIECHENLAND
    ALLES KÖNNTE SCHNELLER GEHEN
    Ein ehrgeiziger nationaler Energieplan und der Preisverfall bei den Erneuerbaren haben deren Anteil am griechischen Strommix erhöht. Aber Wirtschaftskrise und teures Kapital haben zu Rückschlägen geführt.
  • FRANKREICH
    GROSSE PLÄNE, GROSSE SCHRITTE
    Mit der Atomkraft, die Frankreichs Energiesystem dominiert, soll es zu Ende gehen. Kein anderes Land hat einen so tiefen Strukturwandel vor sich – wenn der politische Konsens bestehen bleibt.
  • DEUTSCHLAND
    EIN VORBILD, DAS KEINES IST
    Die Energiewende betrifft in Deutschland überwiegend den Stromsektor. Heizung und Verkehr stehen noch am Beginn der Umgestaltung. Das größte Problem ist jedoch der Kohlestrom.
  • NACHBARN
    GEFÜHLTE UNSICHERHEIT
    Viele Länder, aus denen die EU Öl, Gas und Kohle bezieht, sind instabil und keine Demokratien. Die Energiewende könnte diese Importe beenden, doch die EU will sie fortsetzen.

AUTORINNEN UND AUTOREN, QUELLEN VON DATEN, KARTEN  UND GRAFIKEN
ÜBER UNS

Agrar-Atlas

Agrar-Atlas – Daten und Fakten zur EU-Landwirtschaft



Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und Le Monde Diplomatique Berlin 2019. 52 Seiten. Europa hat kulinarisch viel zu bieten: Mozzarella aus Italien, Pilze aus Polen, Oliven aus Griechenland, Wein aus Frankreich, Brot aus Deutschland, Bier aus Tschechien, Schinken aus Österreich. Verschiedenste Spezialitäten aus unterschiedlichen Landschaften – so schmeckt Europa, jeweils geprägt durch Umwelt, Klima, soziale Strukturen und politische Geschichte. Kein Sektor ist so stark mit der Gestaltung von Lebensräumen verwoben wie die Landwirtschaft. Ändert sie sich, ändern sich auch die ökologischen und sozialen Systeme, die darin beheimatet sind. Schnell wandelt sich überall in Europa die Art, wie Äcker bewirtschaftet und Tiere gehalten werden. Vielerorts geben Betriebe auf. Die verbleibenden Höfe werden größer, und jeder Fleck wird möglichst intensiv genutzt. Dass sich Wirtschaftszweige ebenso dynamisch ändern wie die Gesellschaft, ist weder gut noch schlecht. Die Frage ist, wer den Wandel politisch gestaltet – und wie. Die Veränderungen in der Landwirtschaft sind nicht nur für Bäuerinnen und Bauern relevant, sondern für uns alle – eben weil sie so eng mit unserer Ernährung, dem Klima, der Natur und den ländlichen Räumen verbunden sind. Wichtig ist also, dass wir uns als Gesellschaft darauf einigen, in welche Richtung sich die Landwirtschaft entwickeln soll. Wir müssen uns entscheiden, welche Leistungen wir neben der Erzeugung von Nahrungsmitteln von den Bäuerinnen und Bauern erwarten und bezahlen wollen. Wenn es gemeinsam ausgehandelte Ziele gibt, kann der Wandel in der Landwirtschaft aktiv begleitet und gestaltet werden. In der Europäischen Union ist das wichtigste Mittel dafür die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) – mit fast 60 Milliarden Euro im Jahr. Pro EU-Bürgerin und -Bürger sind das 114 Euro. Die EU-Agrarpolitik ist ein bürokratisches Monstrum und für Laien kaum zu verstehen. Viele wissen nicht einmal, dass es sie gibt. Alle sieben Jahre wird sie überarbeitet, und trotzdem fördert sie ein falsches System. Sie ist nicht auf das ausgerichtet, was vielen von uns wichtig ist: gesunde und leckere Lebensmittel, artgerechte Haltung von Tieren, Schutz von Gewässern, Vögeln und Insekten. Das Geld wird pro Hektar Fläche vergeben. Die größten Betriebe bekommen das meiste, während Programme für den Erhalt kleiner Bauernhöfe völlig unterfinanziert sind. Darum gibt es diesen Atlas. Er zeigt, wie eng die EU-Landwirtschaft mit unserem Leben und unseren Lebensräumen verwoben ist. Er zeigt auch, wie wenig von dem Geld der GAP den Zielen zugutekommt, die sich Europäerinnen und Europäer von der Landwirtschaft wünschen. Der Atlas zeigt aber auch, dass es sich lohnt, für eine bessere, grundlegend andere Agrarpolitik einzutreten. In vielen Ländern der EU wachsen die Bewegungen für nachhaltige, soziale und global gerechte Agrar- und Ernährungssysteme. Organisationen von Bäuerinnen und Bauern vernetzen sich mit Konsumentinnen und Konsumenten, mit Natur-, Umwelt- und Tierschutzorganisationen sowie entwicklungspolitischen Gruppen. Darum wird dieser Atlas auch in weiteren fünf europäischen Sprachen und Länderversionen erscheinen. Der Atlas ist das Ergebnis europäischer Vernetzung, soll Zivilgesellschaft und Bewegungen in vielen EU-Ländern stärken und damit die ökologische und soziale Agrar- und Ernährungswende voranbringen. Seit vielen Jahren ignorieren die Regierungen der EU-Mitgliedsländer nicht nur die Forderungen großer Teile der Bevölkerung, sondern vertreten die Interessen der industriellen Agrarlobby in Brüssel. Das ist empörend. Damit leisten sie nicht nur der Landwirtschaft in der EU einen Bärendienst, sondern sind mitverantwortlich dafür, dass zentrale, von der EU selbst gesteckte Ziele nicht erreicht werden – weder der Schutz des Klimas, der Böden und Gewässer und der Artenvielfalt noch globale Gerechtigkeit durch die nachhaltige Nutzung von Ressourcen und einen fairen Außenhandel. Geld für eine andere Agrarpolitik ist im Haushalt der EU vorhanden. Es muss so genutzt werden, dass Gemeinwohlleistungen der Landwirtschaft honoriert werden. Daher ist es höchste Zeit für eine lebendige gesellschaftliche Diskussion über die Gestaltung der Landwirtschaft. Nur wenn die Menschen in der EU das Gefühl und das Wissen haben, dass das Geld für die Landwirtschaft sinnvoll und im Sinne des Gemeinwohls verwendet wird, werden sie auch in Zukunft bereit sein, sie zu unterstützen. Barbara Unmüßig, Heinrich-Böll-Stiftung Hubert Weiger, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Barbara Bauer, Le Monde diplomatique, deutsche Ausgabe

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Inhaltsverzeichnis:

IMPRESSUM VORWORT

  • ZWÖLF KURZE LEKTIONEN ÜBER DIE EU-LANDWIRTSCHAFT
  • GESCHICHTE NEUE ZIELE, ALTES DENKEN Ihre älteste Aufgabe hat die EU-Agrarpolitik gelöst: in der Nachkriegszeit die Ernährung zu sichern. Doch trotz vieler Reformen und neuer Strukturen – die bisherige Förderung taugt nicht für das 21. Jahrhundert.
  • NETTOZAHLER EINE EXTRAWURST FÜR 130 MILLIARDEN EURO Kleiner Brexit: Bis heute ist der „Britenrabatt“ ein Verstoß gegen das Solidarprinzip bei der europäischen Integration. Die Zahlungen der EU-Agrarpolitik bremsen indes wohl Austrittsdrohungen weiterer Länder.
  • DIREKTZAHLUNGEN VIEL GELD FÜR WENIG LEISTUNG Die EU-Kommission will, dass Direktzahlungen an Agrarbetriebe auch künftig die wichtigste Ausgabe der Agrarpolitik bleiben. Das meiste Geld kommt aber nur wenigen und großen Betrieben zugute.
  • LÄNDLICHE RÄUME SPAREN AM FALSCHEN ENDE Ein Teil der EU-Agrarzahlungen hat durchaus das Potenzial, die Landwirtschaft ökologischer und nachhaltiger zu gestalten. Doch ausgerechnet diese Mittel sollen kräftig gekürzt werden.
  • HÖFESTERBEN WACHSEN ODER WEICHEN Die Agrarpolitik unterstützt die Kleinbetriebe zu wenig gegenüber den Großen. Zugleich ist die Hofnachfolge oft schwierig zu sichern.
  • STRUKTURWANDEL IN DEUTSCHLAND KLEINE UNTER DRUCK Das Höfesterben gefällt vielen Menschen in Deutschland nicht. Um aber dagegen anzugehen, muss die Gesellschaft gemeinsame Ziele formulieren, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen soll.
  • ARBEIT EINKOMMEN UND AUSKOMMEN In den landwirtschaftlichen Kleinbetrieben der EU sind viele Millionen Arbeitsplätze nur wenig profitabel. Wären die Maßstäbe dafür nicht nur rein wirtschaftlich, könnte sich das ändern.
  • LANDPREISE KAPITALE FEHLENTWICKLUNG Der Beginn der EU-Agrarzahlungen in den neuen Mitgliedsländern löste dort eine Welle von Landkäufen aus. Seither steigen die Preise fast ständig. Gegen Agrarunternehmen und Finanzinvestoren haben die kapitalschwachen Kleinbetriebe keine Chance.
  • BIODIVERSITÄT IN DER EU BEDROHTE VIELFALT – MIT DEM ARTENSCHWUND WIRD ES ERNST Die intensive Landwirtschaft gilt als größte Bedrohung für die Tier- und Pflanzenwelt der EU. Umweltschädliche Trends bei Ackerbau und Tierhaltung werden im Rahmen der Agrarpolitik sogar noch gefördert.
  • BIODIVERSITÄT IN DEUTSCHLAND ARTENVIELFALT GEHT VERLOREN Trotz einiger Bemühungen ist in Deutschland der Abwärtstrend beim Artenschutz ungebrochen. Die Agrarlandschaft wird immer einheitlicher. Um gegenzusteuern, fehlen Einsicht, Geld und präzisere Programme.
  • PESTIZIDE NEUE IDEEN MIT WENIGER CHEMIE Der Gemeinsamen Agrarpolitik fehlen Instrumente, um den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft deutlich zu verringern. Außerdem gibt es zu viele Ausnahmen. Die verkauften Mengen in der EU sind seit Jahren konstant.
  • TIERHALTUNG IN DER EU GELDER FÜR DEN UMBAU Die EU zahlt hohe Summen als pauschale Flächenprämien. Dieses Geld fehlt für den teuren, aber dringend benötigten Umbau der Tierhaltung. Dessen Förderung könnte aus der Einsparung der Pro-Hektar–Zahlungen finanziert werden.
  • TIERHALTUNG IN DEUTSCHLAND WUNSCH UND WIRKLICHKEIT Die artgerechte Haltung von Nutztieren ist zu einer populären Forderung an die Landwirtschaft und die Agrarpolitik geworden – auch in Deutschland. Doch Bund und Länder bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück.
  • DÜNGER WENN ÄCKER WASSER SCHÜTZEN Zu viel Nitrat im Wasser führt zu ökologischen, ökonomischen und gesundheitlichen Schäden. Gewässerschutz und Agrarpolitik können dies bisher nicht verhindern, weil sie nicht richtig miteinander verzahnt sind. Und es mangelt an Kontrollen.
  • ÖKOLANDWIRTSCHAFT IN DER EU ORGANISCH UND DYNAMISCH Das anhaltende Wachstum der biologischen Landwirtschaft geht auf die Nachfrage der Kundinnen und Kunden zurück. Staatliche Fördermaßnahmen helfen dabei. Aber die EU honoriert die Umweltleistungen dieser Wirtschaftsmethode noch zu wenig.
  • ÖKOLANDWIRTSCHAFT IN DEUTSCHLAND BIO IM AUFSCHWUNG Trotz Bioboom: Die Agrargelder der EU hemmen den Umbau der deutschen Landwirtschaft. Brüssel bezahlt pauschale Flächenprämien direkt, die Ökoprämien hingegen müssen von den Bundesländern bezuschusst werden.
  • GESUNDHEIT IN DER VERANTWORTUNG Was hat die Landwirtschaft der EU mit sicheren Nahrungsmitteln zu tun? Was mit gesunder Ernährung? Was mit sozialer Gerechtigkeit? Nicht alle solche Fragen lassen sich einfach beantworten.
  • KLIMA TÄTER UND OPFER ZUGLEICH Die EU möchte die Emissionen der Landwirtschaft senken. Dafür hat sie große Ziele formuliert. Konkrete Maßnahmen und Förderprogramme fehlen aber genauso wie die Resonanz aus den Mitgliedsländern.
  • WELTHANDEL WACHSTUM BEI DEN ANDEREN Die EU-Landwirtschaft ist Teil internationaler Wertschöpfungsketten. Sie beeinflusst die weltweiten Agrarmärkte und damit auch Preise, Produktionen, Einkommen und Ernährung in Ländern des Südens.
  • AUTORINNEN UND AUTOREN, QUELLEN VON DATEN, KARTEN UND GRAFIKEN
  • ÜBER UNS

Kleine Gase – Große Wirkung

Das Buch zum Klimawandel

David Nelles & Christian Serrer
Eigenverlag 2018
Friedrichshafen, 128 Seiten.

In der öffentlichen Debatte über den Klimawandel geht es viel zu oft drunter und drüber. Deshalb wollten wir – David und Christian – wissen, was wirklich Sache ist. Wie groß ist der Beitrag des Menschen tatsächlich? Müssen wir jedes Jahr Ernteausfälle befürchten? Was bedeutet der Klimawandel für unsere Gesundheit? Was kostet uns der Klimawandel? Ehrlichgesagt hatten wir aber keine Lust dicke Fachbücher zu lesen. Da wir kein Buch finden konnten, das mit ganz kurzen Texten und sehr vielen anschaulichen Grafiken – es muss ja auch Spaß beim Lesen machen – den Klimawandel verständlich auf den Punkt bringt, haben wir uns dazu entschlossen dieses Buch selbst zu schreiben. Dabei haben uns über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützt – keine Sorge, unser Buch ist trotzdem leicht zu verstehen 🙂 Werfen Sie am besten selbst einen Blick in unsere Leseprobe!

Als Studenten war uns von Anfang an klar, dass der Buchpreis kein Hindernis sein darf, um sich zu informieren. Deshalb kostet unser Buch auch nicht mehr als eine Pizza, nämlich 5 €! Um das zu ermöglichen, haben wir unseren eigenen Verlag gegründet und alle dazu gehörenden Aufgaben selbst in die Hand genommen. Nach über einem Jahr war es dann endlich soweit und die ersten Seiten unseres Buches kamen aus der Druckerpresse. In unserem Buch erfahren Sie alles über die konkreten Ursachen und Folgen des Klimawandels – kurz, anschaulich und verständlich. Unser Ziel: so viele Menschen wie möglich zu erreichen, denn der Klimawandel mehr bedeutet als „nur“ schmelzende Gletscher und Meeresspiegelanstieg!

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Zero Waste

Weniger Müll ist das neue Grün

Zero Waste

Shia Su Freya Verlag, 2017 Linz. 160 Seiten Jeder Konsument hat sich schon einmal über die zigfache Verpackung eines Produkts geärgert. Müll ist ein gravierendes Problem unserer Zeit. Dieses Problem wächst rasant, so wie die Müllberge an Größe zunehmen. Zeit, endlich einmal etwas Effektives dagegen zu tun! Und da Otto Normalverbraucher meist nicht im Gemeinderat sitzt, bleibt nur der Anfang bei sich selbst. Shia Su hat es getan. Konsequent. Und eine Statistik darüber geführt. Letzten Endes ihren Müll von einem Jahr in einem Einmachglas gesammelt – mehr war es nicht. Wie so etwas Unglaubliches möglich ist, erklärt sie in diesem Buch. Zur Nachahmung schwerstens empfohlen! PortraitShia Su hat schon als Erstklässlerin die Bäckerei-Verkäuferin darauf aufmerksam gemacht, dass diese ihrer Meinung das Gebäck in viel zu viele Tütchen einpacke. Und verstand die Welt nicht mehr, als sie sah, wie Erwachsene Müll auf die Straße warfen. Heute lebt sie mit ihrem Mann seit fast zwei Jahren „Zero Waste“, d. h. annähernd müllfrei, und ist überzeugt davon, dass dieser Lebensstil gar nichts mit Verzicht zu tun hat, sondern im Gegenteil das Leben viel angenehmer macht! Auf ihrem Blog Wasteland Rebel gibt sie praktische Tipps zur Müllvermeidung und zum Verkleinern des eigenen ökologischen Fußabdrucks, geht auch ins Feld und berichtet aus einer Abfallaufbereitungsanlage. Rezension auf Mehr als Grünzeug. Shia Sus Blog WASTELAND Rebel!

Das terrestrische Manifest

Das terrestrische Manifest

Bruno Latour edition Suhrkamp 2018 Berlin. 136 Seiten.

Eine Serie politischer Unwetter hat die Welt durcheinandergebracht. Die Instrumente, mit denen wir uns früher orientierten, funktionieren nicht mehr. Verstanden wir Politik lange als einen Zeitstrahl, der von einer lokalen Vergangenheit in eine globale Zukunft führen würde, realisieren wir nun, dass der Globus für unsere Globalisierungspläne zu klein ist. Der Weg in eine behütetere Vergangenheit erweist sich ebenfalls als Fiktion. Wir hängen in der Luft, der jähe Absturz droht. In dieser brisanten Situation gilt es zuallererst, wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen und sich dann neu zu orientieren. Bruno Latour unternimmt in “Das terrestrische Manifest” den Versuch, die Landschaft des Politischen neu zu vermessen und unsere politischen Leidenschaften auf neue Gegenstände auszurichten. Jenseits überkommener Unterscheidungen wie links und rechts, fortschrittlich und reaktionär plädiert er für eine radikal materialistische Politik, die nicht nur den Produktionsprozess einbezieht, sondern auch die ökologischen Bedingungen unserer Existenz.

Pressestimmen

»Latour nimmt die durchschnittliche europäische Gewöhnungsnormalität angesichts des Klimawandels nicht hin. Er will die Schockstarre lösen: Gesucht wird die Erde, auf der Menschen sich erden können. Gesucht wird: Politik.«

Elisabeth von Thadden, Die ZEIT

»Latours Buch ist eine politische Programmschrift … Das Manifest will sein Publikum vom Kopf auf die Füße stellen. Im Titel liegt auch eine Aufforderung: Kommt auf den Boden der Tatsachen! Wacht auf!«

Hendrikje Schauer, Der Tagesspiegel

»Niemand hat die sozialen und ökologischen Bedingungen, unter denen wir heute leben, scharfsinniger analysiert als [Bruno Latour].«

Bernhard Malkmus, der Freitag 21/2018

Die grüne Lüge

Grüne Lügen – je absurder sie sind, desto bereitwilliger werden sie geglaubt Die grüne Lüge

Katrin Hartmann Blessing Verlag 2018 München, 240 Seiten. Aus der Zusammenarbeit mit Werner Boote, mit dem zusammen sie das Drehbuch für seinen Film “The Green Lie” (ab März 2018 in den Kinos) verfasste, in dem sie auch selbst mitwirkt, entstand dieses aufrüttelnde Buch. Greenwashing, also das Bemühen der Konzerne, ihr schmutziges Kerngeschäft hinter schönen Öko- und Sozialversprechen zu verstecken, ist erfolgreicher denn je. Aber jenseits der grünen Scheinwelt schreitet die Zerstörung rapide fort. Laut dem Global Footprint Network lebt die Weltbevölkerung derzeit so, als hätte sie 1,6 Erden zur Verfügung. Würden alle auf der Welt so konsumieren, wie es Menschen in reichen Ländern wie Deutschland tun, bräuchte es 3,1 Erden, um den “Bedarf” zu decken. Der Verbrauch pflanzlicher, mineralischer und fossiler Rohstoffe hat sich zwischen 1980 und 2010 von 40 auf 80 Milliarden Tonnen verdoppelt. Die Artenvielfalt nimmt ab, Wälder schwinden, Böden degradieren, Emission steigen und der Hunger wächst. Alle wissen das. Trotzdem hält Greenwashing jedweder Aufklärung stand. Je gebildeter die Zielgruppe, je schädlicher das Produkt ist und je absurder das daran geknüpfte Öko-Versprechen, je offensichtlicher also die grüne Lüge ist, desto eher wird sie geglaubt. Doch die Menschen wehren sich weltweit gegen die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Wie der peruanische Bauer Saúl Luciano Lliuya, der den Energiekonzern RWE vor einem deutschen Gericht verklagt. “Das energische, aber letztlich doch eher wenig originelle Plädoyer der Autorin für kleinen und großen politischen Widerstand kann man naiv finden. Andererseits: Sie glaubt an die Macht des kollektiven Widersetzens. Das ist ein erfrischender Kontrapunkt zu dem Zynismus, der die Welt an die im Buch beschriebenen Abgründe gebracht hat.” Anne-Kathrin Weber, Deutschlandfunk.

Die Preise lügen

Die Preise lügen

Bernward Geier, Volkert Engelsman (Hrsg.) oekom Verlag 2018 München. 168 Seiten.

Warum uns billige Lebensmittel teuer zu stehen kommen

Ist es nicht toll, dass wir nur noch einen Bruchteil unseres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen? Alles so schön billig bei Aldi, Edeka & Co.! Doch was, wenn die Preise nur deshalb so niedrig sind, weil die Kosten abgewälzt werden – auf Umwelt, andere Länder, kommende Generationen? Oder wenn die Kosten durch die Hintertür wieder bei uns landen, weil die Ausgaben für Gesundheit steigen oder Wasser immer teurer aufbereitet werden muss?

Dann ist es an der Zeit zu handeln, denn nur wenn die Folgekosten konventionell produzierter Lebensmittel sichtbar gemacht werden, ist das System wieder gerecht. Und wenn die Preise endlich die Wahrheit sagen, wäre »normal« plötzlich viel teurer als »bio«. Dann würden wir ganz  automatisch das kaufen, was am besten für uns und unsere Umwelt ist.

Das Buch will das Momentum der Diskussion nutzen und befeuern. Die Beiträge geben einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Aspekte der Thematik, üben fundierte Kritik, zeigen aber auch konkrete Lösungsmöglichkeiten auf, etwa zu geeigneten Kommunikationsstrategien.

“Die Supermarktrechnung fiele natürlich höher aus, weil externe Effekte wie etwa Umweltschäden zu Buche schlagen. Um die die Ausgaben für Lebensmittel trotzdem einigermaßen im Rahmen zu halten, müsste man auf Anbaumethoden setzen, die günstiger sind, nämlich für die Natur, die Umwelt und damit auch für den Menschen. Dafür stiegen am Ende die Preise fürs Wasser oder auch die Ausgaben im Gesundheitswesen weniger stark an.” Jutta Schilcher, BR