Archiv der Kategorie: Wissen

Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

Alexander von HumboldtAndrea Wulf
Bertelsmann 2016, Penguin 2018
München. 560 Seiten.

Er war seiner Zeit weit voraus: Alexander von Humboldt, Universalgelehrter, unermüdlicher Naturforscher, der »zweite Kolumbus« und »Wiederentdecker Amerikas«. Wie kein anderer Wissenschaftler prägte er unser Verständnis von der Natur als lebendigem Ganzen, als Kosmos, in dem alles miteinander verbunden ist und dessen untrennbarer Teil wir sind. In ihrer vielfach ausgezeichneten Biografie führt Andrea Wulf durch das abenteuerliche Leben Humboldts und sein Werk. Er begreift die Natur in ihrer ganzen Fülle als Lebensnetz und prägt damit auch unser Wissen um die Verwundbarkeit der Erde. So bleibt er unverändert wichtig – bis heute.

“Andrea Wulfs großer Verdienst ist nun, dass sie nicht nur eine Lebens-, sondern auch eine kluge Ideengeschichte geschrieben hat. Denn durch viele seiner Freundschaften und über seine immense Korrespondenz hat Alexander von Humboldt vieles angestoßen: Mit dem Unabhängigkeitskämpfer Simon Bolivar diskutierte er die Kolonialherrschaft und motivierte ihn so, sich in seiner Heimat gegen die Spanier zu wenden. Charles Darwin wurde durch Humboldts Reiseberichte zu seiner eigenen Fahrt mit der „Beagle“ ermuntert und er inspirierte maßgeblich die Gründer der amerikanischen Naturschutzbewegung.” Volker Wildermuth, Deutschlandfunk Kultur 11.10.2015

“Gerade in Zeiten der bachelor- und masterorientierten Scheuklappenwissenschaften und eines US-Präsidenten, der den Klimawandel als Erfindung der Chinesen bezeichnet, ist es nützlich und wichtig, sich des interdisziplinär und nachhaltig denkenden Universalgelehrten Alexander von Humboldt zu erinnern. Wenn es auf so kurzweilige Art geschieht wie in diesem Buch, dann umso besser.” Paul Riemann, Spektrum 16.03.2017

Leseprobe

Das Ozeanbuch

Über die Bedrohung der Meere

Esther Gonstalla
oekom Verlag 2017, bpb 2018
München. 128 Seiten.

Steigender Meeresspiegel, havarierende Ölplattformen, wachsende Müllstrudel und Überfischung: Die Ozeane sind in Gefahr. Um das sensible Ökosystem schützen zu können, ist es wichtig, die Zusammenhänge zwischen menschlichem Handeln und den Veränderungen des maritimen Lebensraums besser zu verstehen.

»Das Ozeanbuch« liefert ein umfassendes Bild über die Bedrohung dieses gleichermaßen unbekannten wie faszinierenden Lebensraums und macht Zusammenhänge in über 45 Infografiken leicht verständlich.

“Das »Ozeanbuch« bietet einen kompetenten Überblick, der beeindruckend und zugleich atemberaubend ist. Es zeichnet ein umfassendes Bild der Destruktion, der Risiken und Chancen und verdeutlicht Zusammenhänge. Es leistet dies nicht mit langen und komplizierten Texten, sondern in über 45 hervorragenden, leicht verständlichen Infografiken. So leicht diese grafische Übersichtlichkeit die Erarbeitung der Inhalte macht, so sehr geht diese komprimierte Darstellung unter die Haut.”
Klaus Oberzig in Sonnenenergie 3/2017.

Leseprobe

Das Klimabuch

Alles, was man wissen muss, in 50 Grafiken

Esther Gonstalla
oekom Verlag, bpb 2019
München. 128 Seiten.

Dürre und Hitzewellen, aber auch Kälteeinbrüche, Überflutungen und Starkregen: Die Klimakrise ist zu einem globalen Thema geworden, das niemand mehr ignorieren kann.

Hier setzt »Das Klimabuch« an: Mit der Unterstützung zahlreicher Wissenschaftler hat Esther Gonstalla die komplexen Zusammenhänge und wissenschaftlichen Daten zur globalen Erwärmung zu leicht verständlichen Infografiken verarbeitet – für alle, die nicht nur begreifen, sondern auch handeln wollen.

“Gründliche Recherche, nüchterne Grafiken, glasklare Informationen und die knallharten Erkenntnisse der Klimaforschung vereinen sich in „Das Klimabuch“ zu einer nachwirkenden Lektüre.”
Susanne Billig, Deutschlandfunk Kultur 16.08.2019.

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Ökoroutine

Michael Kopatz
oekom Verlag 2016, bpb 2017
München. 416 Seiten.

Dieses Buch macht Schluss mit umweltmoralischen Appellen! Es zeigt: Wir können nachhaltig leben, ohne uns tagtäglich mit Klimawandel oder Massentierhaltung befassen zu müssen. Wir machen »Öko« einfach zur Routine!

Was unmöglich erscheint, ist konzeptionell denkbar einfach: Mülltrennung, Sparlampen, Effizienzhäuser – alles längst realisiert und akzeptiert. Was wir zur Durchsetzung einer gelebten Nachhaltigkeit brauchen, ist eine engagierte und anpackende Politik, die neue, innovative Standards und Limits in Abstimmung mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Werk setzt: Wenn elektronische Geräte weniger oft kaputtgehen, die Tierhaltung nach und nach artgerechter wird oder bedenkliche Zusatzstoffe aus Lebensmitteln verschwinden – welcher Verbraucher würde sich darüber beschweren?

Michael Kopatz präsentiert eine Vielzahl oftmals leicht umsetzbarer, politischer Vorschläge für alle Lebensbereiche, damit die Utopien von heute schon bald die Realitäten von morgen werden.

“Und so formuliert der Autor Handlungsverschläge zu Themen wie Essen, Wohnen, Arbeit, Energie, Konsum, Mobilität. Er denkt über Tempolimits und Obergrenzen für den Luftverkehr nach. Die Geschichte der Zivilisation, erklärt Kopatz, sei eine Geschichte der Fortschreibung von Regeln – und diese Regeln müssen nun in Richtung Nachhaltigkeit verändert werden, um die Natur zu schützen, statt sie zu zerstören. Ein interessantes Buch voller Denkanstöße.”
Dagmar Röhrlich, Deutschlandfunk, 23.10.2016.

Interview mit Michael Kopatz bei Deutschlandfunk Kultur.

Leseprobe

Die Erde rechnet ab

Wo wir handeln müssen und was wir tun können, um unsere Zukunft zu retten

Claus-Peter Hutter
Ludwig Verlag 2018, Heyne Verlag 2020, bpb 2019
München. 304 Seiten.

Jahrhundertsturm, Jahrtausendflut, verdorrte Böden, Insektenplagen – extreme Wetter- und Naturereignisse treten inzwischen im Jahresrhythmus auf und finden längst nicht mehr nur in fernen Ländern statt. Und dennoch sind dies erst Vorboten! Umweltexperte Claus-Peter Hutter führt uns eindringlich vor Augen, wie weit der Klimawandel schon vorangeschritten ist, womit wir in den nächsten Jahren noch rechnen müssen und welche Strategien für ein Leben unter verschärften Bedingungen wir alle angehen müssen. Wir alle können und müssen etwas tun. Jeder Tag zählt!

“Die Erde rechnet ab” enthält viele richtige und wichtige Informationen, leider aber auch viel Unsinn. Natürlich sind wir gerade dabei, die Lebensbedingungen auf diesem Planeten dramatisch zu verändern. Das müssen wir aus reinem Eigeninteresse stoppen. Und wir müssen uns auch auf die veränderten Bedingungen einstellen. Wenn der Autor im Kapitel “Kluge Vorsorge statt blindes Vertrauen”  allerdings vorschlägt, man solle wieder lernen, ohne Hilfsmittel in der Wildnis zu überleben, hat es schon etwas Lächerliches.  Einem Großstadtbewohner werden Kenntnisse im Fischfang, wie man Feuer ohne Feuerzeug macht oder die Kenntnis von Pflanzenarten und der Nutzbarkeit wenig bringen.

Wenn Hutter die derzeitige Fleischproduktion und die Erhaltung unserer Kulturlandschaft in einen Zusammenhang bringt, weil diese Landschaften Ergebnisse der Beweidung sind, offenbart das eine romantische Sicht dieser Welt. Das billige Fleisch aus den Supermärkten kommt ganz sicher nicht von Tieren, die vorher auf Wacholderheiden oder Magerwiesen geweidet haben.  Im Gegenteil, die Massentierhaltung zerstört unsere Kulturlandschaft, weil in großem Maßstab Futtermittel in Monokulturen angebaut werden und die Exkremente dieser Tiere unser Grundwasser und die Atmosphäre belasten. Die Tiere für unser billiges Fleisch stehen in großen Ställen und werden unter anderem mit Soja gefüttert, für dessen Anbau Regenwaldfläche gerodet werden musste.  Dass VegetarierInnen und VeganerInnen ebenfalls an dieser Regenwaldzerstörung  Schuld seien, weil das Soja für Tofu aus dem Regenwald käme, ist schlicht falsch.

Dass am Ende des Buches auch noch für den Verzicht auf Kinder geworben wird, weil jedes Kind weniger angeblich 58,6 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen würde, ist absoluter Nonsens. Es kommt in erster Linie nicht darauf an, wie viele Menschen wir auf der Erde sind, sondern welchen Lebensstil wir pflegen. Es sind die relativ wenigen Menschen in den reichen Ländern, die die Ressourcen dieser Erde übermäßig verbrauchen. Eine Beschäftigung mit dem Konzept des Ökologischen Fußabdrucks hätte da Klarheit bringen können.  Aber auch wenn man weiß, dass laut Eurostat der CO2-Ausstoß pro Kopf und Jahr in Deutschland bei etwa 11 Tonnen liegt, muss einem klar werden, dass da etwas an der Rechnung nicht stimmen kann.

Gelegentlich habe ich mich schon gefragt, ob der Autor überhaupt weiß, wovon er schreibt. So behauptet er, der CO2-Gehalt der Atmosphäre hätte bisher immer bei 0,4 Prozent gelegen (er lag  vorindustriell bei 0,028 Prozent und lag im Jahr 2017 bei 0,0405 Prozent). Zur Stützung seiner These von der Überbevölkerung behauptet er, die Vereinten Nationen schätzten den Anstieg der Weltbevölkerung für das Jahr 2100 auf 16 Milliarden Menschen. Tatsächlich liegt die Schätzung bei knapp 11 Milliarden.

Bei der Lektüre von Hutters “Die Erde rechnet ab” sollte man sich immer eine gute Portion Skepsis bewahren. Aber vielleicht ist das ja auch das Gute an dem Buch: Es ist eine Aufforderung, sich intensiver mit den angerissenen Themen zu beschäftigen. Stefan Simonis

»Klimaschutz muss zu Hause, in jedem Dorf, in jeder Stadt anfangen. Claus-Peter Hutter zeigt konkret, was Sie als Einzelne tun können!« Arved Fuchs, Polarforscher

»Dieses Buch verdient es, von vielen Menschen gelesen zu werden; es ist verständlich geschrieben, reduziert die Komplexität, ohne dadurch banal oder unseriös zu werden« Prof. Dr. Klaus Töpfer

»Viel zu lange hat man auf uns Wissenschaftler nicht gehört – Dieses Buch zeigt mit vielen Beispielen, wie wir die Herausforderung Klimawandel meistern können« Prof. Dr. Mojib Latif, Klimaforscher

Rezension zu “Die Erde rechnet ab” von Eckart Löhr auf re-visionen.

Interview mit Claus-Peter Hutter in der Münchner Abendzeitung.

Leseprobe

 

 

Ihr habt keinen Plan

Darum machen wir einen – 10 Bedingungen für die Rettung unserer Zukunft

Der Jugendrat der Generationenstiftung
Karl Blessing Verlag 2019
München. 272 Seiten.
Paperback 12,00 €
eBook (EPUB) 9,99 €

Eine Generation, die lange Zeit als unpolitisch belächelt wurde, steht auf, organisiert Proteste, an denen landesweit Hunderttausende und weltweit Millionen teilnehmen. Angesichts schwindender Ressourcen und globaler Vermüllung stellen sie die Forderung nach nachhaltigem Klima- und Umweltschutz.

Acht Autoren und Aktivisten, Mitglieder des Jugendrates Generationen Stiftung, warnen nicht nur vor den Gefahren, denen sich die heutigen 14- bis 25-Jährigen ausgesetzt sehen. In genau recherchierten Beiträgen, die mit den Erkenntnissen anerkannter Wissenschaftler abgeglichen sind, stellen sie konkrete Forderungen, nehmen uns alle in die Verantwortung und entwerfen eine Vision, die die Kraft hat, Generationen zu vereinen.

Der Jugendrat der Generationenstiftung

Franziska Heinisch, 20 Jahre, studiert in Heidelberg Jura und arbeitet für den Jugendrat der Generationen Stiftung. In der Wochenzeitschrift ZEIT erregte am 29. März 2019 ihr Artikel zum Klimastreik großes Aufsehen.

Lucie Hammecke, 22 Jahre, studiert in Leipzig Politikwissenschaft und ist Expertin für Demokratie. Als jüngste Abgeordnete zog sie 2019 für die Grünen in den Sächsischen Landtag ein.

Niklas Hecht, 21 Jahre, studiert in Leipzig Lehramt für die Fächer Deutsch und Sport ist der Experte für Bildungsfragen. Er war von 2012 bis 2016 Mitglied der Nationalmannschaft im Kanu-Slalom.

Jonathan Gut, 20 Jahre, studiert in Dresden Verkehrsingenieurwesen.

Daniel Al-Kayal, 25 Jahre, studiert Politikwissenschaft in Heidelberg, ist Bezirksbeirat in Kirchheim, kandidiert für die SPD und interessiert sich vor allem für kommunale Themen.

Sarah Hadj Ammar, 20 Jahre, studiert Biomedizin in Würzburg, ist seit neun Jahren unter anderem bei Plant-for-the-Planet aktiv, war dort ein Jahr im Global Board (dem Jugendweltvorstand) aktiv. Sie befasst sich mit Klimafragen.

Hannah Lübbert, 18 Jahre, kommt aus Berlin, studiert Umweltwissenschaften und Psychologie in Lüneburg.

Jakob Nehls, 25 Jahre, studiert Geografie und Politik in Göttingen und ist Jugendvertreter von Amnesty International Deutschland.

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Planvorstellung “Ihr habt keinen Plan”

Ihr habt keinen Plan, darum machen wir einen! Der Jugendrat der Generationen-Stiftung

 

Die Kunst der Reparatur

Ein Essay

Die Kunst der ReparaturWolfgang Schmidbauer
oekom Verlag 2020
München. 192 Seiten.

Schnelles Wegwerfen hat Konjunktur – mit fatalen Folgen. Massenhafte Produktion, gedankenloser Verbrauch, baldiges Entsorgen: Unser Konsummodell setzt nicht nur der Umwelt zu, sondern auch uns selbst.

Wir verlieren zunehmend die Fähigkeit, stabile Bindungen aufzubauen. Auch unsere Arbeit büßt an Wert und Würde ein, wenn sie allein dem schnellen Nutzen dient und Menschen austauschbare Glieder einer Produktionskette werden.

Für den Psychologen und Bestsellerautor Wolfgang Schmidbauer ist klar: Wir müssen Reparaturen (wieder) erlernen und wertschätzen. Sie ersparen uns nicht nur Neukäufe, sondern strahlen zugleich positiv in unsere emotionalen Beziehungen aus – zu Dingen, aber auch zu anderen und uns selbst.

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Erneuerbare Energien und Klimaschutz

Hintergründe – Techniken und Planung – Ökonomie und Ökologie – Energiewende

Erneuerbare EnergienVolker Quaschning
5., aktualisierte Auflage
Carl Hanser Verlag 2020
München. 394 Seiten.

Klappentext: “Erneuerbare Energien & Klimaschutz für alle – einfach erklärt & mit praktischen Umsetzungstipps!

Um die Klimakrise nicht außer Kontrolle geraten zu lassen, muss unsere Energieversorgung in den nächsten 20 Jahren vollständig auf regenerative Energien umgestellt werden. Doch wie kann das gelingen? Auf solche und andere Fragen rund um erneuerbare Energien und Klimaschutz geht dieses anschaulich aufbereitete Buch ein. Es setzt keine Fachkenntnisse voraus und richtet sich an alle, die sich für das Thema interessieren.

Das Buch behandelt die gesamte Bandbreite der erneuerbaren Energien, angefangen bei der Solarenergie über die Wind- und Wasserkraft bis hin zur Nutzung von Erdwärme und Biomasse. Neben allgemein verständlichen Beschreibungen der jeweiligen Technik, des Entwicklungsstandes und künftiger Potenziale enthält es konkrete Anleitungen zur Planung und Umsetzung eigener regenerativer Anlagen. Hinweise auf Vorschriften und Fördermöglichkeiten geben zusätzliche Hilfestellungen. Darüber hinaus erläutert das Buch die Umweltverträglichkeit sowie das Zusammenspiel der verschiedenen Technologien und deren Wirtschaftlichkeit. Es liefert interessante Hintergrundinformationen und zeigt anhand von bereits realisierten Beispielen eindrucksvoll, dass eine komfortable Energieversorgung ganz ohne schädliche Klimaeinflüsse möglich ist. Damit leistet dieses Buch einen wichtigen Beitrag zur Klimadebatte.

Die 5. Auflage berücksichtigt alle aktuellen Entwicklungen in der (inter)nationalen Klimapolitik sowie neueste technologische und gesellschaftliche Trends. Die Website www.volker-quaschning.de bietet eines der größten und unabhängigen Informationsangebote zu regenerativen Energien und Klimaschutz sowie interessante Zusatzinformationen zum Buch.

Leseprobe

Videos von Volker Quaschning  auch unter Ansehen/Klimawandel. Täglich frische Informationen auf volker-quaschning.de.

Interview mit Volker Quaschning von Tilo Jung (Jung & Naiv: Folge 418)

Unsere Welt neu denken

Eine Einladung

Unsere Welt neu denkenMaja Göpel
Ullstein Verlag 2020
Berlin. 208 Seiten.

Klappentext von Unsere Welt neu denken: “Unsere Welt steht an einem Kipp-Punkt, und wir spüren es. Einerseits geht es uns so gut wie nie, andererseits zeigen sich Verwerfungen, Zerstörung und Krise, wohin wir sehen. Ob Umwelt oder Gesellschaft – scheinbar gleichzeitig sind unsere Systeme unter Stress geraten. Wir ahnen: So wie es ist, wird und kann es nicht bleiben. Wie finden wir zu einer Lebensweise, die das Wohlergehen des Planeten mit dem der Menschheit versöhnt? Wo liegt der Weg zwischen Verbotsregime und Schuldfragen auf der einen und Wachstumswahn und Technikversprechen auf der anderen Seite? Diese Zukunft neu und ganz anders in den Blick zu nehmen – darin besteht die Einladung, die Maja Göpel ausspricht.

Rezensionen

“Ihr Befund ist präzise, ihr Buch kommt zur richtigen Zeit – einer Zeit, in der die Folgen des Klimawandels ebenso unübersehbar sind wie die Halbherzigkeiten der Politik. Es ist ein eindringlich vorgetragenes Plädoyer für ein zukunftsorientiertes Denken, „eine Einladung“, von der man sich wünscht, dass sie von vielen angenommen wird.

Ralph Gerstenberg, Deutschlandfunk

Letztlich geht es um nichts weniger als ein neues Modell des nachhaltigen Wirtschaftens. Göpel will dafür ein paar heilige Kühe der Wachstumserzählung schlachten und neue, gerechte Wege gehen; Wachstum als Mittel, nicht als absoluter Zweck; höhere Produktpreise, die die wahren Kosten anzeigen, die bei Herstellung, Transport und Entsorgung anfallen; klügerer Umgang mit den natürlichen Ressourcen und nicht zuletzt schärfere Besteuerung hoher Einkommen.

Robert Probst, Süddeutsche Zeitung

 

Drawdown – Der Plan

Wie wir die Erderwärmung umkehren können

Drawdown - Der PlanPaul Hawken (Hg.)
Gütersloher Verlagshaus 2019
Gütersloh. 408 Seiten.

Klappentext von Drawdown – Der Plan: “Klimaerwärmung heißt, dass wir auf eine Zivilisationskrise unvorstellbaren Ausmaßes zusteuern. Und wir haben keinen Plan, wie wir das verhindern können. Oder doch? Dieses Buch beschreibt 100 existierende Ansätze der Verringerung von klimaschädlichen Gasen, die das Klimaproblem lösen können, wenn man sie vernetzt. Verblüffendes wird dabei deutlich und eine gut begründete Hoffnung entsteht: Es ist möglich, bis 2050 die Klimawende zu erreichen und die Erderwärmung zurückzudrehen. Ein Buch über ideenreiche Menschen, clevere Technologien und die Möglichkeit, die Dinge endlich anzupacken. Ein Zukunftsbuch!

  • Der konkrete Plan, die Erderwärmung umzukehren – mit weltweitem Netzwerk

  • 100 Stellschrauben gegen den Klima-Kollaps

  • Die Antwort auf Donald Trumps Klima-Ignoranz

  • Ein Buch, das Hoffnung macht und Zukunftsmut befeuert

  • Kooperation mit der Deutschen Energieagentur

Leseprobe

Drawdown – Der Plan ist eine Sammlung der Möglichkeiten, wie wir unsere CO2-Emissionen drastisch reduzieren und CO2 aus der Atmosphäre binden können. Leider ist das Buch sehr fokussiert auf Nordamerika und durch die Kürze der einzelnen Kapitel manchmal etwas zu sehr verkürzt. So sind manche Aussagen nicht ganz korrekt oder auch kaum nachvollziehbar. Die Kalkulationen am Ende jedes Kapitals, wie viel CO2 mit dieser Maßnahme eingespart bzw. gebunden werden könnte sowie die Angaben über Kosten und möglicher finanzieller Gewinn, hätte man sich sparen können. Dafür sind sie mir zu speziell, zu wenig nachvollziehbar und für EinsteigerInnen in die Thematik nicht wirklich interessant. Dagegen ist Drawdown sicherlich kein Handbuch für Entscheider, denn dafür sind die Kapitel zu oberflächlich. Was in diesem Buch auf jeden Fall zu kurz kommt, ist die eigentliche Ursache (nicht nur) für die Klimakrise: unser Wirtschaftssystem und der damit verbundene Zwang zum ständigen Wachstum. Vielleicht lässt sich die Klimaproblematik wirklich mit den hier vorgestellten Maßnahmen lösen, aber ohne eine Änderung des Wirtschaftssystems werden diese Maßnahmen nicht ausreichen, die Übernutzung unseres Planeten zu beenden. Daher an dieser Stelle der Verweis auf das Buch “Unsere Welt neu denken” von Maja Göpel. Aber für Menschen, die sich mit dem Thema neu befassen ist das Drawdown – Der Plan eine schöne Einstiegshilfe.

Stefan Simonis