Der Sieg des Kapitals

Showdown
Countdown

Wie der Reichtum in die Welt kam: Die Geschichte von Wachstum, Geld und Krisen

der_sieg_des_kapitalsUlrike Herrmann
Hardcover:
Westend Verlag, 2013
Frankfurt am Main, 288 Seiten.
Taschenbuch:
Piper Verlag, Mai 2015.
München, 288 Seiten.

Geld ist ein Rätsel: Jeder benutzt es, aber keiner versteht es. Selbst berühmte Ökonomen scheitern daran zu erklären, was Geld ist. Dasselbe gilt für das Geschehen auf den Finanzmärkten, das die meisten ratlos zurücklässt. Insofern: Wer die aktuellen Wirtschaftskrisen verstehen will, muss dieses Buch lesen.

Es ist viel einfacher, Krisen zu verstehen, wenn vorher klar ist, wie ein krisenfreier Kapitalismus funktionieren würde. Die Wortwahl mag zunächst erstaunen, gilt es doch als „links“ oder gar „marxistisch“, den Begriff Kapitalismus zu verwenden. Diese Phobie ist jedoch typisch deutsch. In den USA wird der Ausdruck Kapitalismus völlig selbstverständlich verwendet, der im übrigen auch gar nicht von Karl Marx stammt. Der Begriff Kapitalismus hat den Vorteil, dass er präzise beschreibt, was die heutige Wirtschaftsform auszeichnet: Es geht um den Einsatz von Kapital mit dem Ziel, hinterher noch mehr Kapital zu besitzen, also einen Gewinn zu erzielen. Es handelt sich um einen Prozess, der exponentielles Wachstum erzeugt. Genau dieser zentrale Zusammenhang geht bei dem Begriff Marktwirtschaft verloren, der in Deutschland so beliebt ist. Auf Märkten wird mit Äquivalenten gehandelt. Doch wie soll aus dem Tausch gleichwertiger Güter ein Prozess entstehen, der zu permanentem Wachstum führt? Dies bleibt unerklärlich.

Ulrike Herrmann stellt unsere Wirtschaftsordnung in einen geschichtlichen Zusammenhang und zeigt, dass Kapitalismus ohne Staat nicht möglich ist. Daher wäre die neoliberale Forderung nach weniger staatliche Intervention der Untergang des Kapitalismus. Im Gegenteil liegt der Rettung des Kapitalismus in der Verstaatlichung der Banken und in klaren Regeln. Im letzten Kapitel kommt sie auf den Zusammenhang zwischen Ressourcenverbrauch und Wirtschaftswachstum zu sprechen. Meiner Meinung nach ein sehr lesenswertes Buch, das stellenweise leider reichlich oberlehrerhaft daherkommt. Trotzdem: Durchhalten, es lohnt sich! (Stefan)

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