Economists4future

Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

Verantwortung übernehmen für eine bessere Welt

economists4futureLars Hochmann (Hrsg.)
Murmann Verlag 2020
Hamburg. 296 Seiten.

Hunderttausende Schülerinnen und Schüler beharren auf eine konsequente Klimapolitik. Eltern, Lehrer*innen, Unternehmer*innen und viele weitere Menschen solidarisieren sich mit ihnen, darunter über 26.000 scientists4future aus diversen Disziplinen. Nur die etablierten Wirtschaftswissenschaften schweigen. Das ist kein Zufall, denn ihr Denkstil hat wesentlich zu den Krisen der Gegenwart beigetragen: Denn eins haben Klimakrise, Finanz- und Wirtschaftskrise ebenso wie die Corona-Pandemie gemein: Sie entlarven die Fragilität unserer Wirtschaft und zeigen, wie abhängig wir uns als Gesellschaft von ihr gemacht haben. Alte, scheinbar bewährte Lösungen greifen nicht mehr, Lieferengpässe reißen ganze Zweige in den Abgrund, das gesellschaftliche Zusammenleben gerät aus den Fugen.

Zeit für die Wirtschaftswissenschaften, die Gebetsmühle aus Effizienz und Eigennutz zu zerschlagen und neue Visionen für eine bessere Welt aufzuzeigen.
In „economists4future“ mischt sich eine Gruppe von Weiterdenker*innen in die jetzt notwendige Umgestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft ein – und verändert damit selbstverständlich geglaubte Spielregeln einer wichtigen Wissenschaft.

3 Fragen – 3 Antworten

Wer sind die economists4future?

Lars Hochmann: Economists4future sind Weiterdenker*innen, die eine neue Wirtschaft verstehen und gestalten wollen: wissenschaftsbasiert, reflektiert und demokratisch. Sie sind in Schulen, Hochschulen, NGOs, Unternehmen oder anderen Organisationen tätig. Sie verbindet eine Idee, deren Zeit gekommen ist: Noch nie wussten wir so viel über die Krisen der Gegenwart und noch nie war der gesellschaftliche Wille so mächtig, die jetzt notwendigen Transformationen für eine bessere Welt in Gang zu setzen.

Warum braucht es gerade jetzt economists4future?

Lars Hochmann: Die Zukunft ist zwar grundsätzlich offen, aber im Labyrinth immer neuer Krisen müssen wir uns eingestehen: sie ist es zunehmend weniger. Business-as-usual vervielfältigt die Ursachen der Krisen und verkleinert unsere gesellschaftlichen Möglichkeitsräume. Jetzt braucht es Vorstellungskraft und wissenschaftlichen Möglichkeitssinn für eine neue Wirtschaft. Denn heute können wir uns noch entscheiden: setzen wir auf reflektierte Neugestaltung oder auf hektische Anpassung? Wer die bessere Gesellschaft mit mehr Lebensglück für alle will, muss Wirtschaft jetzt neu denken.

Wie können economists4future Wirtschaft neu denken?

Lars Hochmann: Wirtschaft ist kein Naturgesetz, sondern das, was eine Gesellschaft als Wirtschaft behandelt. Gemeinsam mit der Gesellschaft bereiten economists4future das Neue im Alten vor, suchen nach innovativen Wegen der Versorgung mit Nahrungsmitteln, Gesundheit, Mobilität etc. Sie arbeiten an Begriffen, legen Voraussetzungen offen, vereinen verschiedentlichen Perspektiven, binden das Wissen der Vielen ein, befähigen zu neuen Gewohnheiten im Denken wie Handeln und verlassen so das Labyrinth der Krisen auf neuen Wegen zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft.

Interview bei Deutschlandfunk Kultur vom 25. September 2020

“Deswegen ist das Buch zu Recht nicht nur eine Einmischung in eine drängende Debatte, sondern vor allem eine Einladung an all diejenigen Menschen, die etwas bewegen möchten: “Gemeinsam ist eine bessere Welt möglich. Lasst uns der alten Normalität den Rücken kehren”, heißt es am Schluss im Buch.

Die Zeit für den Wandel ist da. Auch und gerade für die Wirtschaftswissenschaften. “Economists4Future” gibt dazu einen wichtigen Anschub. Überfällig. Endlich.”
Claudia Kemfert, 20.9.2020, Klimareporter

Buchbesprechung bei Klimareporter von Claudia Kemfert
Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur

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