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Wie viel ist genug?

Vom Wachstumswahn zu einer Ökonomie des guten Lebens.

wie viel ist genugRobert Skidelsky  & Edward Skidelsky
Verlag Antja Kunstmann 2013
München. 318 Seiten.

Wirtschaftswachstum ist das alte und neue Zauberwort, mit dem sich angeblich jede Krise lösen lässt. Doch Wachstum ist kein

Selbstzweck, und Wirtschaft soll dem Menschen dienen. Wachstum wozu, muss deshalb die Frage lauten, und: Wie viel ist genug? Wir sind viermal reicher als vor 100 Jahren und doch abhängiger denn je von einem Wirtschaftssystem, in dem manche zu viel und viele nicht genug haben. Dabei waren sich doch Philosophen wie Ökonomen lange Zeit einig, dass technischer Fortschritt zu einer Befreiung des Menschen vom Joch der Arbeit und eine gerechte Einkommensverteilung zu mehr Muße und Glück für alle führen. Zeit, die Grundfragen neu zu stellen: Was macht ein gutes Leben aus, was droht uns im Wachstumsrausch verloren zu gehen? Robert und Edward Skidelsky zeigen auf, wie führende Denker von der Antike bis ins 21. Jahrhundert über Entstehung und Gebrauch des Reichtums, aber auch über ein erfülltes Leben jenseits der Arbeit nachgedacht haben. Sie benennen sieben »Basisgüter« wie Sicherheit, Respekt, Muße und Harmonie mit der Natur, auf denen eine Ökonomie des guten Lebens aufbauen muss. Vor allem aber machen sie Mut, Wirtschaft wieder neu zu denken: als moralisches Handeln von Menschen, die in Gemeinschaften leben.
Die Autoren zeigen, wie der Glaube an ständiges Wirtschaftswachstums unsere moralischen und natürlichen Grundlagen zerstört. Die Umweltbewegung wird als religiös „entlarvt“, doch in den Schlussfolgerungen stimmen sie mit „der Umweltbewegung“ überein.

Footprint

Die Welt neu vermessen
Neuausgabe 2016 mit aktuellen Zahlen und Kommentaren

Mathis Wackernagel & Bert Beyers
Europäische Verlagsanstalt 2016
Hamburg, 256 Seiten.

Darstellung des Instrumentes Footprint mit einigen Fallstudien. Im Anhang ein Interview von Bert Beyers mit Mathis Wackernagel.

Nur was man messen kann, kann man auch managen. Ressourcenknappheit wird zur zentralen Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Länder und Städte, die sich darauf vorbereiten, werden gewinnen. Wer zögert, verliert. Der Ecological Footprint (Ökologischer Fußabdruck) beschreibt Angebot und Nachfrage des Naturkapitals nach wissenschaftlichen Prinzipien und ist intuitiv verständlich. Nur was man messen kann, kann man auch managen. Entwickelt hat den Ecological Footprint Mathis Wackernagel. Das von ihm geleitete Global Footprint Network, mit Sitz in Oakland, Kalifornien, sichert die Standards der innovativen Methode und entwickelt sie weiter. Als Grundlagen dienen Statistiken der Vereinten Nationen. Der Footprint funktioniert dabei wie Geld. Seine Währung ist die Fläche. Städte, Gemeinden, Unternehmen, Nationen erhalten damit ein effektives Instrument, mit dessen Hilfe sie ihr Naturkapital – Wälder, Ackerflächen, Flüsse oder Meere – optimal managen können.

Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin

Mein unmoralisches Angebot an die KanzlerinMatthias Willenbacher
Herder Verlag 2013
Freiburg.  154  Seiten.

„Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin“ ist eine kurze und leicht verständliche Abhandlung, wie der Umstieg auf 100% erneuerbare Energie bis 2020 klappen kann und Erklärungen, warum das nicht gemeinsam mit den Energiekonzernen funktioniert.

Es klingt wie der typische „American Dream”: Von der Zwei-Mann-Bude zum Weltunternehmen, vom Pfälzer Bauernsohn zum Chef von 1.800 Mitarbeitern. Doch der wahre Traum des Matthias Willenbacher ist ein anderer: Eine Welt ohne Atommüll und Kohlestaub. Sein Ziel: „Eine Entscheidung für 100 Prozent erneuerbare Energien – und zwar sofort.” Nur eine Person kann die Weichen dafür stellen: Angela Merkel. Deshalb macht er der Kanzlerin ein „unmoralisches Angebot”. Lässt die Kanzlerin sich darauf ein, dann wird er seine Firma mit Milliardenumsatz verschenken.
Lernen Sie den Gründer und Eigentümer des Energieunternehmens juwi näher kennen. Gehen Sie mit ihm auf eine Zeitreise durch die Energiewende, über Kontinente, von Windrädern in Costa Rica zu Solaranlagen in Eritrea. Willenbacher schildert seine vielfältigen Erlebnisse mit Politikern, und er markiert in seinem „Masterplan” die Eckpunkte eines neuen Energiesystems.